Umfrage
Mehrheit privater Vermieter scheut energetische Sanierungen
Wärmepumpe im Einfamilienhaus
Wärmepumpen sind in Neubauten Standard, aber bei älteren Gebäuden dominieren Öl- und Gasheizungen. (Archivbild)
Daniel Reinhardt. DPA

Heizung, Dämmung, Fenster: Die Modernisierung des Immobilienbestands in Deutschland ist ein Schlüssel für die Klimaziele. Doch private Vermieter schrecken vor Sanierungen zurück, aus mehreren Gründen.

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Frankfurt/Main (dpa) – Viele private Vermieter in Deutschland scheuen die energetische Sanierung ihrer Immobilien. Über die Hälfe (59 Prozent) plant derzeit keine Maßnahmen wie neue Heizungen oder Dämmungen, zeigt eine Umfrage der DI Deutschland.Immobilien AG und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Das sind deutlich mehr als in einer Vorgänger-Befragung vor einem Jahr (48 Prozent).

Vermieter sähen sich mit zunehmenden politischen und energetischen Anforderungen konfrontiert, während zentrale Bedingungen oft unklar blieben, so die Studie, für die im Februar rund 1.000 private Vermieter online befragt wurden. «Ohne klare Orientierung, realistische Anforderungen und praktikable Förderstrukturen wird die Transformation des Gebäudebestands nicht gelingen», sagt IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer.

Viele sehen Sanierung als weniger dringlich

In den vergangenen Jahren habe nur rund die Hälfte in energetische Maßnahmen investiert, heißt es im «Deutschland.Immobilien Vermieterreport». Am häufigsten wurden private Vermieter bei Heizungen tätig (34 Prozent), gefolgt von Fenstern (25 Prozent) und Dämmungen (18 Prozent).

Motivation waren vor allem langfristige Energieeinsparungen (53 Prozent), mehr Zufriedenheit der Mieter (41 Prozent) und Wertsteigerung (38 Prozent). Ökologische Gründe waren die Ausnahme (31 Prozent). Wer verzichtete, nannte meist fehlende Dringlichkeit (64 Prozent), mangelnde Nachfrage seitens der Mieter (21 Prozent) oder Kosten (17 Prozent).

Wie die Umfrage weiter zeigt, stammt der Immobilienbestand privater Vermieter überwiegend aus den Jahren 1949 bis 1978 sowie 1979 bis 1994 – hier herrscht in aller Regel energetischer Sanierungsbedarf.

Schlüssel für Klimaziele

Der Gebäudesektor ist zentral, um das Ziel der Klimaneutralität in Deutschland bis 2045 zu erreichen, er verursacht rund ein Drittel der CO2-Emissionen. Die große Mehrheit der rund 44 Millionen Wohnungen hierzulande wird mit Öl und Gas beheizt, über 60 Prozent werden von privaten Vermietern vermietet. Die meisten sind laut Studie mindestens zehn Jahren am Mietmarkt aktiv. 58 Prozent vermieten eine Wohnung, weitere 19 Prozent zwei.

Die frühere Ampel-Regierung wollte mit dem Heizungsgesetz mittelfristig die Abkehr von Heizungen mit fossilen Brennstoffen durchsetzen. Die amtierende Bundesregierung hat das Gesetz reformiert und die Vorgabe gestrichen, dass bei neuen Heizungen in der Regel mindestens 65 Prozent erneuerbare Energie eingesetzt werden müssen. Nun soll der Einbau neuer Gasheizungen weiter möglich sein – Voraussetzung soll ab 2029 sein, dass ein zunehmender Anteil CO2-neutraler Brennstoffe genutzt wird. Umweltverbände und die Grünen warnen vor Rückschritten beim Klimaschutz.

© dpa-infocom, dpa:260531-930-152202/1

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