Noch bis Mitte kommenden Jahres – falls es nicht verlängert wird – gibt es für E-Autos 4000 Euro Umweltprämie. Je eine Hälfte zahlen Staat und Hersteller. Fahrzeuge, die zusätzlich zum Verbrennungs- noch einen Elektroantrieb haben, werden unter Umständen mit 3000 Euro gefördert. Die Bedingungen sind, dass die Batterie auch von außen aufgeladen werden kann („Plug-In“) und das Auto im genormten Fahrzyklus nicht mehr als 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt. An dieser Hürde scheitern jetzt viele Hybridfahrzeuge: Von den bisher 42 Plug-In-Hybriden, die auf der Förderliste des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) standen, bestanden nur 13 die neuen Tests.
Seit den 1990er Jahren galt der „Neue Europäische Fahrzyklus“, kurz NEFZ. Er war berüchtigt für seine praxisfernen Ergebnisse – egal, ob es um Treibstoff- oder Stromverbrauch ging oder um die Abgaswerte, die eng mit dem Verbrauch zusammenhängen. Das neue WLTP („worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure“, also „weltweit einheitliches Leichtfahrzeuge-Testverfahren“) liegt näher an den Alltagswerten; diese lassen sich bei sehr zurückhaltender Fahrweise tatsächlich erreichen.
Am schlimmsten sind Volvo-Modelle von den Rauswürfen betroffen, 17 weitere Hybride bleiben noch eine Zeitlang mit Sondergenehmigung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) förderfähig, darunter einige Mercedes-Typen und der VW Golf GTE.
Zuletzt hatte die Umstellung auf WLTP die Autoverkäufe in Deutschland auf einen Rekordwert getrieben. Bei konventionellen Autos, um der nun steigenden Kfz-Steuer zu entgehen und bei Hybrid-Plug-In, um schnell noch in den Genuss der E-Prämie zu können. Dafür erwartet die Autobauer nun eine Flaute. Jochen Magnus

