Bremen (dpa) – Der seit Monaten verletzte Mitchell Weiser hat deutliche Kritik an sportlichen Entscheidungen seines Clubs Werder Bremen geübt. «Es ist schon so, dass im letzten Sommer viele Sachen passiert sind, die für mich fragwürdig waren», sagte der Abwehrspieler dem Sender Sky während der Halbzeitpause beim späteren 1:2 der Bremer in der Fußball-Bundesliga gegen RB Leipzig. «Bei allem Respekt: Wir waren auf einem Riesenweg bis letztes Jahr und haben uns dieses Jahr dann in eine schwierige Situation gebracht.»
Weiser: «Bisschen fahrlässig»
Er warte auf Signale, dass der Club wieder in die Richtung wie unter Ex-Trainer Ole Werner gehe. Zusammen scheiterten beide zweimal an den Europapokalrängen, nun kämpfen die Bremer gegen den Abstieg. Weiser wolle dem aktuellen Trainer Daniel Thioune aber nicht zu nah treten, stellte er klar.
Es seien Spieler gegangen, denen man nun nachtrauern würde. Diese Entscheidungen seien laut Weiser «ein bisschen fahrlässig» gewesen. «Das müssen wir jetzt irgendwie schaffen aufzuarbeiten und zu verbessern für nächstes Jahr», fügte der 31-Jährige hinzu. «Der ganze Verein hat eigentlich nach etwas anderem gestrebt als dem, wo wir jetzt stehen. Da will ich persönlich auch hin und ich hoffe, dass wir das zusammen irgendwie gestalten können.»
Fritz: «Das werden wir natürlich intern aufarbeiten»
Die Kritik reiht sich ein in jene, die sich seit Monaten an Profifußball-Geschäftsführer Clemens Fritz richtet. Dem Verein und Fritz werden Verfehlungen in der Transferpolitik vorgeworfen.
Fritz habe «nur Bruchstücke» vom Weiser-Interview mitbekommen, wie er nach der Partie sagte. «Das werden wir natürlich intern aufarbeiten», kündigte der Ex-Profi an. «Ich habe vor ein paar Wochen mit ihm zusammengesessen. Ein gutes, sehr offenes und ehrliches Gespräch mit ihm. Für mich ist das ein bisschen unverständlich, diese Aussagen, die er jetzt getroffen hat.»
Weiser hatte sich im vergangenen Sommer einen Kreuzbandriss zugezogen. Zu seinen im Sommer auslaufenden Vertrag sagte er, dass es schon Gespräche gegeben habe und bekräftigte auch: «Ich fühle mich sehr wohl.»
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