Köln (dpa/tmn) – Umhertragen, füttern, Liedchen singen, Windeln wechseln – das sind so die ersten Impulse von Eltern, wenn das Baby nicht aufhört zu schreien. Was aber auf keinen Fall geht, ist das Kind im Affekt zu schütteln. Denn dabei wird der Kopf eines Säuglings vor- oder zurückgeworfen und kann zu schweren Verletzungen im Gehirn führen, im schlimmsten Fall sogar zum Tod.
Trotz stundenlangem Schreien heißt es für Eltern von Schrei-Babys: Nerven behalten! Wer verzweifelt, wütend und gestresst ist, sollte sich laut dem «Nationalen Zentrum Frühe Hilfen» im Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) bewusst machen: «Ihr Baby kann nichts dafür, dass es schreit. Es schreit nicht, um Sie zu ärgern.»
Damit Eltern nicht die Beherrschung verlieren, empfehlen Experten des Instituts die folgende Strategie:
- Legen Sie Ihr Baby an einen sicheren Ort, zum Beispiel ins Gitterbett oder auf den Boden.
- Verlassen Sie kurz den Raum.
- Atmen Sie tief durch.
- Schauen Sie alle paar Minuten nach Ihrem Kind.
- Holen Sie sich Unterstützung, wenn es nötig ist.
Zudem empfiehlt das Institut neben den gängigen Beruhigungsmethoden es auch mal mit Streicheln des Händchens zu probieren, mit sanftem Massieren von Bauch und Rücken, mit Tragen im Tragetuch oder einem Spaziergang. Beim Ausprobieren der jeweiligen Methode sollte man sich Zeit nehmen. Denn hektisches Ausprobieren kann zu Überreizung bei Ihrem Kind führen, heißt es auf der Webseite «elternsein.info».
Als vorbeugende Maßnahmen wird schreigeplagten Eltern zudem geraten, für eine geregelte Tagesstruktur mit einem regelmäßigen Schlaf- und Wachrhythmus zu sorgen. Das trage dazu bei, dass das Kind leichter zur Ruhe kommt. Auch regelmäßiges Beschäftigen mit dem Kind, wenn es aufmerksam und zufrieden ist, sei ratsam. So lerne man sich gegenseitig besser kennen und das Kind erhalte nicht nur Aufmerksamkeit, wenn es weint.
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