Fluglärm
Was der Flughafen Frankfurt bei den Abflügen plant
Flughafen Frankfurt - Boeing 747 startet
Streitpunkt sind Pläne, nach denen vermehrt in Richtung Nordwesten gestartet werden soll. (Archivbild)
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Es soll mehr Starts Richtung Nordwesten geben – nun äußern sich die Anrainer-Kommunen zu dem Vorhaben des Flughafenbetreibers Fraport. Wie die Pläne im Einzelnen aussehen.

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Frankfurt/Main (dpa) – Nach Prognosen wird es künftig wieder mehr Starts und Landungen in Frankfurt geben. Daher müsse die Verteilung der Flüge in der Region geändert werden, hat der Betreiber des größten deutschen Flughafens Fraport mitgeteilt. Das neue Betriebskonzept wird scharf kritisiert, vor allem in den betroffenen Gemeinden.

Wo wird es nach dem neuen Konzept lauter?

Anwohner im Nordwesten des Frankfurter Flughafens müssen sich auf zusätzlichen Fluglärm einstellen. Das Konzept sieht vor, Abflüge von der Center-Bahn häufiger als bislang in Richtung Taunus zu leiten.

Die sogenannte Südumfliegung mit einer weit gezogenen Kurve über die Stadtgebiete von Mainz und Wiesbaden soll hingegen seltener genutzt werden.

Die Änderungen betreffen Abflüge bei Flugbetrieb in Richtung West, dies ist etwa an zwei Dritteln der Tage in Frankfurt der Fall. Neue Flugrouten werden nicht eingerichtet.

Welche Kommunen trifft dies insbesondere?

Zusätzliche Lärmbelastung wird vor allem in den Orten Flörsheim und Hattersheim-Eddersheim (Main-Taunus-Kreis) erwartet, die bereits durch Landungen bei Betriebsrichtung Ost belastet sind. An dieser Doppelbelastung hatte sich die Kritik besonders entzündet.

Das vorgelegte Betriebskonzept ist laut einer Prüfung des hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministeriums aber konform zum Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau des Flughafens, in dem rechtsverbindlich auch Regelungen zum Thema Fluglärm festgeschrieben wurden. Die Zahl der insgesamt Betroffenen steige nicht, der Lärm werde verlagert.

Warum muss es Änderungen geben?

Hintergrund der Neuauflage ist ein prognostizierter Anstieg der Flugbewegungen: Bis zum Jahr 2033 werden in Frankfurt 560.000 Starts und Landungen erwartet. Im vergangenen Jahr waren es rund 460.000 Flugbewegungen. In der Planfeststellung für den Ausbau des Flughafens war man noch von bis zu 701.000 ausgegangen.

Möglicherweise schon zum Ende des laufenden Jahrzehnts könnten die Flüge nicht mehr mit dem bislang gültigen Konzept sicher abgewickelt werden, erklärte Fraport.

Welche Änderungen stehen noch an?

Es gibt auch gute Nachrichten: In einigen Orten südlich des größten deutschen Flughafens soll es leiser werden, so in Rüsselsheim und Nauheim (Landkreis Groß-Gerau).

Der ursprüngliche Entwurf des Betriebskonzepts wurde nach starker Kritik zudem überarbeitet, nun sind auch Entlastungen für den Nordwesten vorgesehen. So sollen dort Starts vor 06.00 Uhr verboten sein und bis 07.00 Uhr wenn möglich vermieden werden. Haupt-Abflugbahn soll die Startbahn West bleiben.

Zudem soll es Anreize für den Einsatz leiserer Flugzeuge und zusätzliche Mittel für den Lärmschutz geben.

Wie sind die bisherigen Reaktionen?

Die Kommission zur Abwehr des Fluglärms, in der die Anrainerkommunen vertreten sind, berät an diesem Mittwoch bei einer Sondersitzung in Raunheim über das neue Betriebskonzept. Anschließend will sie ihre Einschätzung bei einer Pressekonferenz erläutern (12.30 Uhr).

Das Betriebskonzept wurde in bisherigen Äußerungen vor allem in den betroffenen Gemeinden scharf kritisiert. Die Fluglärmkommission beklagte zudem mangelnde Informationen und sprach von einem Kommunikationsdesaster. Die Kommunen forderten, die Folgen abzumildern.

Was sind die nächsten Schritte?

Etwaige Forderungen der Fluglärmkommission nach der Sitzung am 10. Juni würden geprüft, hat die Fluglärmschutzbeauftragte im Wirtschafts- und Verkehrsministerium, Regine Barth, auf einem Pressetermin im Mai erklärt.

Danach stehen noch Überprüfungen durch die Deutsche Flugsicherung (DFS) und das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung an. Das bisherige Betriebskonzept bleibe mindestens bis zum Jahr 2028 maßgeblich, hat das Wirtschafts- und Verkehrsministerium Wiesbaden mitgeteilt.

Mitteilung Fraport und DFS

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