Brettspiele
Voll auf die Mütze als Trend! Spannende Duellspiele
«Lorcana»
Das «Lorcana»-Universum wächst: Im Februar ist bereits das elfte Set mit dem Namen «Winterzauber» auf den Markt gekommen.
Disney. DPA

Kooperative Brettspiele waren in den vergangenen Jahren stark angesagt. Doch zuletzt kamen auch immer mehr konfrontative Zwei-Personen-Spiele auf den Markt. Welche Duelle sind besonders zu empfehlen?

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Berlin (dpa/tmn) – Rasch aufgebaut, schnell gespielt und eine fixe Revanche ist eigentlich immer drin: Die meisten Zwei-Personen-Spiele haben viele Vorzüge. Kein Wunder, dass der Trend auf dem Brettspielmarkt zuletzt in Richtung Duellspiele ging. Boomten zuvor vor allem kooperative Spiele – vier der vergangenen fünf als Spiel des Jahres ausgezeichneten Titel waren kooperativ – heißt es nun: Statt gemeinsam an einem Strang ziehen, ist Ärgern und Foppen angesagt.

«Für mich liegt der Reiz von Duellspielen vor allem in der Spannung beim Spiel: Zwei Menschen sitzen sich gegenüber, und jede Entscheidung fühlt sich sofort irgendwie bedeutend an», sagt Tim Schilder, Spieleentwickler bei Ravensburger. Der deutsche Verlag hat 2023 das Sammelkartenspiel «Lorcana» veröffentlicht und damit einen großen Erfolg gefeiert. Die zwei Spielenden treten dabei mit vielen Charakteren und anderen Karten aus dem Disney-Universum gegeneinander an. Im Februar ist bereits das elfte Set mit dem Namen «Winterzauber» auf den Markt gekommen.

Ein freundschaftlicher Schlagabtausch

«Ein gutes Duellspiel ist wie ein „freundschaftlicher Schlagabtausch“. Man versucht, den Plan des Gegenübers zu lesen, reagiert darauf, blufft vielleicht mal, und oft entsteht am Ende eine Geschichte, die man danach gemeinsam erzählt oder über das Spiel spricht», erklärt der Spieleentwickler.

Aber woher kommt der Boom? «Viele Verlage merken, dass zwei Spieler die häufigste Konstellation sind, in der Menschen tatsächlich spontan spielen können», sagt Schilder. «Partner, Freunde, Eltern-Kind, Mitbewohner – es ist halt viel einfacher mit nur zwei Personen zu planen, als mit einer ganzen Spielegruppe.»

Neben «Lorcana» sind auch diese sechs Spiele perfekt dafür geeignet, sich zu duellieren und dem Gegenüber eins auf die Mütze zu geben:

Für Computer-Freunde: «Compile (Purple Edition)»

Das Thema von «Compile» könnte auf den ersten Blick sperrig wirken. Zwei Künstliche Intelligenzen konkurrieren miteinander, es gilt jeweils drei Protokolle zusammenzustellen. Doch dahinter steckt ein taktisches Spiel mit hochwertigen Karten, das einen einfachen Einstieg, aber auch viel Tiefgang bietet.

Die spielerischen Optionen und das Regelwerk erscheinen dabei simpel – Karte ausspielen oder Karten nachziehen. Alleine die Auswahl der drei von insgesamt zwölf Kartensets, die beispielsweise Themen wie Dunkelheit, Leben, Feuer und Seuche haben, birgt jedoch reichlich Optionen. Voraussichtlich im April wird auch der zweite Teil, die Gold Edition, in deutscher Sprache erscheinen – und mit weiteren zwölf Protokollen voll kompatibel zum ersten Teil sein.

- «Compile (Purple Edition)»: Autor: Michael Yang, Pegasus Spiele, ab 10 Jahren, für 2 Spielende, ca. 20-40 Minuten, Preis ca. 20 Euro

Für Fantasy-Fans: «Der Herr der Ringe – Duell um Mittelerde»

Entweder die Gemeinschaft des Rings zum Erfolg führen oder als Sauron Mittelerde beherrschen: Bei der Variante des beliebten «7 Wonders Duel» tauchen die Duellanten in die Welt des Romans von J. R. R. Tolkien ein. Auch hier werden drei Kapitel gespielt und es gibt drei unterschiedliche Spielziele:

  • das Schicksal des Rings erfüllen
  • die Unterstützung von sechs verschiedenen Völkern sichern
  • oder in allen Gebieten vertreten sein und damit die Vorherrschaft in Mittelerde erringen

Dazu sammelt man Karten mit Fertigkeitssymbolen und Münzen, wodurch es in später einfacher ist, weitere Karten zu erhalten.

Der große Reiz des sehr thematischen Spiels sind klar die unterschiedlichen Siegstrategien. Hier darf keine der drei Möglichkeiten vernachlässigt werden, sonst überrumpelt einen der Gegner plötzlich und hat sofort gewonnen. Für Herr-der-Ringe-Fans quasi ein Muss – allein schon wegen der schön illustrierten Jagd des bösen Nazgûl auf die Helden Frodo und Sam.

- «Der Herr der Ringe – Duell um Mittelerde»: Autoren: Antoine Bauza und Bruno Cathala, Repos Production/Asmodee, ab 10 Jahren, für 2 Spielende, ca. 30 Minuten, Preis ca. 30 Euro

Für Logik-Tüftler: «Orapa»

Beim Logik-Spiel «Orapa» muss man im wahrsten Sinne um die Ecke denken! Hinter einem Sichtschirm baut jeder Spielende geometrische Holzformen in einem Raster auf. Wie beim Klassiker «Schiffe versenken» muss durch Abfragen die genaue Position der Teile herausgefunden werden.

Hier fragt man aber in der Regel nicht nach einzelnen Feldern, sondern sendet meistens eine imaginäre Ultraschallwelle in eine Reihe oder Spalte. Dabei wird geschaut, wie die Welle von den Formen abgelenkt wird und ob sie dabei eine bestimmte Farbe bekommt. Trifft die Welle etwa auf das weiße und das blaue Dreieck, kommt ein hellblauer Strahl heraus. Die gesammelten Informationen werden auf einem Lösungsbogen eingetragen.

Das Thema – Edelsteine in einer Mine finden – ist zwar aufgesetzt, aber spielerisch lässt «Orapa» herrlich die Köpfe rauchen. Es ist theoretisch auch mit mehreren Leuten spielbar, aber als Duell macht es am meisten Spaß.

- «Orapa»: Autoren: Junghee Choi und Wanjin Gill, Nice Game Publishing, ab 8 Jahren, für 2-5 Spielende, ca. 20-30 Minuten, Preis ca. 15 Euro

Für Videospiel-Kämpfer: «Tag Team»

«Tag Team» erinnert auf den ersten Blick an klassische Video-Kampfspiele wie «Street Fighter» oder «Mortal Kombat». Doch hier hat jeder am Tisch gleich zwei Kämpferinnen oder Kämpfer in seinem Team. Das Ziel ist simpel: Einen der beiden Gegner besiegen und damit den Kampf gewinnen.

Spielerisch funktioniert das über einen Deckbau-Mechanismus. In jeder Runde werden die Karten des eigenen Stapels gleichzeitig aufgedeckt und die Aktionen (Angriffe, Blocken, etc.) einfach ausgeführt. Sind alle Karten gespielt, wird dem Kampfdeck eine weitere Karte an einer bestimmten Stelle hinzugefügt.

Dabei ist das Besondere, dass das Deck nicht gemischt wird und so die Karten in ihrer bisherigen Reihenfolge bleiben. Daher sollte man genau aufpassen, wann der Gegner bisher einen Angriff spielte und wann eine Abwehrkarte, um darauf möglicherweise reagieren zu können.

Die hübsch illustrierten zwölf spielbaren Charaktere mit sehr individuellen Fähigkeiten sorgen für großen Reiz, schließlich will jede Kombination an Kämpfern ausprobiert werden.

- «Tag Team»: Autoren: Corentin Lebrat und Gricha German, Scorpion Masqué/Kosmos, ab 10 Jahren, für 2 Spielende, ca. 15 Minuten, Preis ca. 22 Euro

Für Jung & Alt: «Toy Battle»

Entweder ein Plättchen auf dem Spielplan platzieren oder zwei Plättchen ziehen: Die Regeln von «Toy Battle» sind leicht erklärt und so einfach, dass Jung und Alt gleichermaßen angesprochen werden. Ziel beim Kampf der beiden bunten Spielzeugarmeen ist es, entweder das gegnerische Hauptquartier zu erobern oder eine bestimmte Zahl von Orden (Siegpunkte) zu sammeln, indem man bestimmte Gebiete mit seinen Spielzeugtruppen einnimmt.

Der Clou: (Fast) jedes Spielzeug hat eine Spezialfähigkeit. So erlaubt etwa das Skelett, zwei weitere Plättchen zu ziehen. Der Tyrannosaurus Rex kann zwar nichts Besonderes, dafür hat er die höchste Wertigkeit und kann nur von der Gummiente übertrumpft werden. Tolles Material (Holzbänke als Halter für die Plättchen) trifft auf einen schnellen Spielablauf mit taktischer Tiefe. Für viel Abwechslung sorgen zudem die acht unterschiedlichen Schlachtfelder mit kleinen Regelanpassungen.

- «Toy Battle»: Autoren: Paolo Mori und Alessandro Zucchini, Repos Production/Asmodee, ab 8 Jahren, für 2 Spielende, ca. 15 Minuten, Preis ca. 27 Euro

Für Monster-Fans: «Mindbug x King of Tokyo»

Die Verbindung von zwei funktionierenden Konzepten muss nicht immer von Erfolg gekrönt sein. Im Falle von «Mindbug» und «King of Tokyo» geht die Kombination aber auf. Im Kartenspiel «Mindbug» lassen zwei Spielende ihre Monster gegeneinander antreten.

Der Kniff: Zweimal pro Partie hat jeder die Chance, nachdem der Gegner ein Monster ausgespielt hat, dieses auf seine Seite zu ziehen und für sich kämpfen zu lassen. Es gilt also abzuwägen, wie sehr es schaden würde, falls sich ein eigenes Monster gegen einen wendet.

Zu «Mindbug» werden nun Elemente des modernen Würfelspiel-Klassikers «King of Tokyo» hinzugefügt. Mit Würfeln können die Monster verstärkt werden, dazu werden spezielle Powerkarten erworben. Für die Entwicklung von «Mindbug» hatte sich der Verlag Nerdlab Games eine Legende aus dem Bereich der Sammelkartenspiele an Bord geholt. Richard Garfield ist nicht nur Autor von «King of Toyko», sondern auch Erfinder von «Magic: The Gathering», das nach mehr als 30 Jahren immer noch viele Fans hat.

- «Mindbug x King of Tokyo»: Autoren: Christian Kudahl, Marvin Hegen, Richard Garfield und Skaff Elias, Nerdlab Games, ab 8 Jahren, für 2 Spielende, ca. 15-25 Minuten, Preis ca. 22 Euro

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