Klima
Vattenfall-CEO Borg: Glaube ans Erreichen unserer Klimaziele
Vattenfall-Chefin Borg
Vattenfall-Chefin Borg
Ulrich Perrey. DPA

LNG, neue Gaskraftwerke, Debatten über Ölreserven. Erleben wir eine Rückkehr der fossilen Energie? Die Chefin des schwedischen Energie-Riesen Vattenfall sagt: «Die fossile Wirtschaft wird enden.»

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Hamburg (dpa) – Vattenfall-Chefin Anna Borg geht nach eigener Aussage davon aus, dass der Energiekonzern 2040 nicht länger zum Klimawandel beitragen wird. «Ich glaube ans Erreichen unserer Klimaziele, denn wir sind bereits auf dem Weg dorthin», sagte Borg im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Vattenfall habe verglichen zu 2017 seine CO2-Emissionen «mehr als halbiert».

«Die fossile Wirtschaft wird enden», sagte Borg. «Die Frage ist nur, in welchem Tempo.» Ihre Aufgabe sei, während der Umstellung darauf zu achten, dass Vattenfall profitabel bleibe. Denn ein Unternehmen ohne Geld könne auch nicht in den Klimaschutz investieren. Vattenfall plant, bis 2030 annähernd 15 Milliarden Euro zu investieren – etwa in Windparks und Netze.

Vattenfall hat das Ziel, die eigenen Treibhausgas-Emissionen bis 2040 verglichen zu 2017 um mindestens 90 Prozent zu reduzieren – auf 4,7 Millionen Tonnen an CO2-Äquivalenten. Die verbleibenden bis zu zehn Prozent der Emissionen, die sich schwerlich einsparen lassen, sollen ausgeglichen werden. Wenn Vattenfall dieses Ziel erreicht, würde der Konzern nicht länger das Klima schädigen.

Vorgezogener Gas-Ausstieg «herausfordernd»

Vattenfall bezieht nach eigenen Angaben seit Mai 2024 keine Kohle mehr und erzeugt demnach keinen Strom und keine Wärme aus dem fossilen Energieträger. Gefragt nach einem vorgezogenen Erdgas-Ausstieg des Unternehmens bis 2040 in Deutschland sagte die Vattenfall-Vorstandsvorsitzende, im Fall der Haushaltskunden halte sie das für sehr herausfordernd. «In der Industrie hängt ein Ausstieg von der Branche ab.»

Vattenfall hatte laut einer eigenen Übersicht 2024 konzernweit annähernd 2,4 Millionen Gaskunden und rund 7,7 Millionen Stromkunden. Strom erzeugte das Unternehmen in dem Jahr aus Kernenergie (38 Prozent), Wasserkraft (35 Prozent) und Windenergie (18 Prozent). Auf klimaschädliche fossile Energieträger entfielen 9 Prozent der Erzeugung.

Klimaschutz auch als Mittel zum Zweck

Die Klimaschutzbemühungen des staatlichen schwedischen Unternehmens stünden im Einklang zur Geschäftsstrategie, sagte Borg. Es gehe dabei nicht allein um Nachhaltigkeit. «Wir glauben, dass unser Vorgehen auch aus Sicht der Rentabilität der erfolgreichste Weg ist.» Treibhausgas-Emissionen verursachten Kosten – sei es in Form von Zertifikaten, Steuern oder Folgeschäden.

Schweden strebt wie Deutschland Klimaneutralität bis 2045 an – und damit fünf Jahre früher als die EU insgesamt.

© dpa-infocom, dpa:260213-930-680565/1

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