Heidenheim (dpa) – Sein erster Treffer nach der Krebsdiagnose bei seiner Freundin hat Eren Dinkci zu Tränen gerührt. «So ein Tor gibt natürlich auch Kraft», sagte der 24-Jährige nach dem wichtigen 2:0 des 1. FC Heidenheim im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga gegen den Mitkonkurrenten FC St. Pauli. «Das Tor ist ihr gewidmet, ganz klar. Und ich hoffe, dass sie sich gefreut hat und ihr das Tor auch ein bisschen Kraft schenkt.»
Ärzte hatten bei der Partnerin des Heidenheimer Profis Ende Januar Blutkrebs festgestellt, Leukämie ist dabei die häufigste Form. In Heidenheim fand wie schon zuletzt in Freiburg eine DKMS-Registrierungsaktion statt. Die Resonanz sei «überwältigend» gewesen, hieß es vonseiten des FCH. «Es freut mich, dass wir in dieser Fußball-Welt so eine Sache auf die Beine stellen können», sagte Dinkci bei DAZN.
Rückhalt aus der Kabine
Mitspieler Niklas Dorsch lobte Dinkcis Umgang mit dem Schicksalsschlag. «Er hat im Privaten extrem viel einzustecken in letzter Zeit», sagte Dorsch über seinen Sitznachbarn in der Kabine des FCH. «Er ist ein absoluter Goldjunge. Ich freue mich für ihn extrem und wir versuchen, ihn als Mannschaft aufzufangen.»
Laut Coach Frank Schmidt passe «es ins Bild», dass Dinkci die Partie entschied. «Er schafft es im Training, in den Spielen, auch mal den Kopf kurz freizubekommen», sagte er. «Man kann alles erreichen, wenn man zusammenhält, und deswegen ist es sehr emotional.»
Hätte der FCH gegen die Hamburger verloren, wäre der Abstieg des Clubs besiegelt gewesen. Nun beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz nur noch vier Zähler, drei Spiele stehen noch aus.
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