Ausbau geplant
Rheinmetall investiert über 260 Millionen Euro in Nordhessen
Pläne für den Innovations- und Verteidigungsstandort Nordhessen
Für den geplanten «Defence Hub Nordhessen» sind Investitionen von mehr als 260 Millionen Euro vorgesehen.
Swen Pförtner. DPA

Mehr als 1.000 neue Jobs, Hightech-Drohnen und dreistellige Millionen-Investitionen: Rheinmetall will seinen Standort in Nordhessen kräftig ausbauen. Was steckt hinter dem «Defence Hub»?

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Calden (dpa) - Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall und das Land Hessen wollen den Rüstungsstandort Nordhessen mit Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe ausbauen. Dazu unterzeichneten Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Rheinmetall-Vorstandschef Armin Papperger eine Absichtserklärung am Flughafen Kassel-Calden. Demnach will das Unternehmen in den kommenden Jahren mehr als 260 Millionen Euro in sein Werk in Kassel sowie den Flughafen investieren. Weitere rund 25 Millionen Euro werde das Land beisteuern, sagte Rhein.

Drohnen-Tests und Logistik-Zentrum

Geplant sind neben dem Ausbau des Rheinmetall-Werks in Kassel auch der Aufbau eines zentralen Logistik- und Trainings-Standortes sowie eines Drohnentestzentrums am Flughafen Kassel-Calden. So sollen auf der dortigen zusätzlichen Nutzfläche von über 30.000 Quadratmetern logistische Lagerflächen zur Unterstützung der «Just-in-Time-Produktion» im Werk Kassel entstehen. 

Hinzu komme das bereits Anfang August vorgestellte Hessische Drohnenkompetenzzentrum, das vom Land mit weiteren acht Millionen Euro gefördert wird und das von der Technischen Universität Darmstadt betrieben werden soll. Mit dem «Defence Hub Nordhessen» bekenne sich das Land auch klar zum Kassel Airport, erklärte Ministerpräsident Rhein. Der Flughafen bleibe ein zentraler Baustein der Verkehrsinfrastruktur in Nordhessen. Von dem Ausbau des «Defence Hub Nordhessen» werden in der Region auch positive Auswirkungen für Zulieferer und Dienstleister erwartet.

«Größtes Panzerwerk Europas»

«Kassel ist und wird auch in absehbarer Zeit das größte Panzerwerk Europas», sagte Rheinmetall-Vorstandschef Papperger. Schwerpunkt werde die Produktion des Radpanzers «Boxer» sein. Perspektivisch sollten durch die Investitionen mehr als 1.000 neue Arbeitsplätze an in Kassel und Calden entstehen. 

Derzeit arbeiteten an dem Rheinmetall-Standort rund 2.200 Menschen. «Wir werden in den nächsten eineinhalb Jahren wahrscheinlich auf eine Größenordnung von 3.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufwachsen.» In dem neuen Zentrum in Calden sollen nach derzeitiger Planung mindestens 130 Menschen tätig sein, potenziell könnten es dort rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden. Im Werk Kassel soll die Belegschaft von derzeit 2.200 auf mehr als 3.000 Beschäftigte wachsen. Insgesamt will Rheinmetall sein Personal bis 2029 von etwa 35.000 auf rund 70.000 Beschäftigte verdoppeln. 

Mit den Investitionen solle Nordhessen zu einem Knotenpunkt für moderne Verteidigungstechnologie ausgebaut und der Kassel Airport strategisch weiterentwickelt werden. Der Rüstungsstandort Nordhessen verbinde die industrielle Stärke Kassels mit der Infrastruktur des Kassel Airport, erklärte Rhein. Papperger ergänzte, die geplanten Investitionen tätige man mit Blick auf bedeutende Aufträge im Bereich militärischer Fahrzeuge, «die wir künftig aus dem In- und Ausland erwarten dürfen».

© dpa-infocom, dpa:260827-930-590151/2

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