Handball
«Respektlos»: Torwart Späth kritisiert Handball-Experten
David Späth
Ärgert sich über Aussagen von Handball-Experten während der EM: Torwart David Späth. (Archivbild)
Sina Schuldt. DPA

Während der EM sorgt der Einsatz von David Späth im Spiel gegen Dänemark für medialen Wirbel. Jetzt spricht der Torhüter offen darüber, wie er die Kommentare empfunden hat.

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Mannheim (dpa) – Gut fünf Wochen nach dem Silber-Coup der deutschen Handballer bei der Europameisterschaft hat Nationaltorwart David Späth heftige Kritik an Experten-Kommentare während des Turniers geübt. «Es war teils respektlos, was da für Aussagen getroffen wurden», sagte der Torhüter vom Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen in einem Interview des «Kicker».

Späth bezog sich bei seiner Kritik auf das Hauptrundenspiel der DHB-Auswahl gegen den späteren Europameister Dänemark, bei dem der 23-Jährige überraschend den Vorzug vor Weltklasse-Keeper Andreas Wolff erhalten hatte – obwohl die deutsche Nummer eins beim vorangegangenen 30:28-Sieg gegen Norwegen mit 22 Paraden eine überragende Leistung abgeliefert hatte.

«Ohne die Leistung von Andi zu schmälern: Ich bin auch ein Teil der Mannschaft und wurde eingesetzt. Dafür so eine Hatewelle abzubekommen, ist schon brutal», klagte Späth und räumte ein: «Es hat mich auch sehr beschäftigt.» Er habe daher «großen Respekt vor Fußballern, vor Leuten wie Florian Wirtz oder Nick Woltemade, die teils auch grundlos kritisiert werden.»

Intensive Debatte um Torwartwechsel

Die Maßnahme von Bundestrainer Alfred Gislason im mit 26:31 verlorenen EM-Duell gegen Dänemark hatte nicht nur zahlreiche Zuschauer, sondern auch etliche Experten verwundert. «Ich habe gedacht: Okay, schenken wir ab», sagte 2007er-Weltmeister Pascal Hens damals.

Auch Handball-Ikone Stefan Kretzschmar sprach im Anschluss von einer diskutablen Signalwirkung. «Was kann das bedeuten als Zeichen für die Mannschaft? Wie nehme ich das als Mannschaft auf in einem der alles entscheidenden Spiele?», stellte er den Torwartwechsel infrage.

Späth reagierte darauf mit Unverständnis. «Ich weiß, dass ich nach 40, 45 Minuten bei einer Quote von knapp 40 Prozent stand: Ich glaube, besser geht es gegen Dänemark kaum. Da frage ich mich schon, wie man als Experte so was droppen kann? Das hat mich fertiggemacht. Ich finde es auch Wahnsinn, dass man so eine Unruhe reinbringt», kritisierte er und fügte hinzu: «Sie wissen gar nicht, was für eine Wirkung das auf den Spieler hat.»

© dpa-infocom, dpa:260310-930-795037/1

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