«Terroristische Tat»
Schüsse in Frankreich – was wir wissen und was nicht
Schüsse aus Auto in Frankreich
Ein Mann wurde nach Schüssen in Frankreich festgenommen.
Emma Da Silva. DPA

Bei Schüssen in der Region Paris stirbt ein Mensch, weitere werden verletzt. Der Innenminister spricht von einer «terroristischen Tat». Was sind die Hintergründe?

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Trappes (dpa) - Am Vormittag hat ein Mann in mehreren Gemeinden bei Paris aus einem Auto geschossen. Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez bezeichnete den Vorfall als «terroristische Tat». Was bislang bekannt ist.

Was wir wissen

  • Am Vormittag gegen 10.30 Uhr fielen Schüsse im Département Yvelines, westlich der Pariser Großraumregion. 
  • Ein Mann schoss laut Innenminister Laurent Nuñez aus einem Auto heraus an drei verschiedenen Orten. Zuerst fielen Schüsse in Trappes, danach in der angrenzenden Gemeinde La Verrière.
  • Laut Nuñez wurde bei dem Angriff mit einer automatischen Waffe geschossen. 
  • Ein im Jahr 2000 geborener Mann kam ums Leben, fünf weitere wurden teils sehr schwer verletzt, darunter ein zwölfjähriges Kind. Der Bürgermeister von La Verrière, Nicolas Dainville, sagte dem Sender BFMTV, dass das Mädchen von acht Schüssen getroffen worden sei, was die Schwere der Lage verdeutliche. Sein Kollege aus Trappes, Ali Rabeh, sagte, das Mädchen schwebe «zwischen Leben und Tod». 
  • Die Pariser Anti-Terrorstaatsanwaltschaft teilte mit, sie habe eine Untersuchung eingeleitet, unter anderem wegen des Verdachts auf gezielte Tötung in Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben sowie Waffenbesitz. 
  • Innenminister Nuñez sprach von Terror. «Die Ermittlungen laufen noch, aber es handelt sich eindeutig um ein terroristisches Verbrechen», sagte er. Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die tödlichen Schüsse als «rassistischen Terroranschlag». 
  • Ein Mann wurde kurze Zeit nach der Tat festgenommen. 
  • Bei dem Verdächtigten handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um einen 1987 geborenen Mann. Sein Strafregister weise vier Verurteilungen auf, die von Rechts wegen getilgt seien.
  • In seinem Auto wurde eine Maschinenpistole sowie eine Tränengasgranate entdeckt.
  • In der Wohnung des Mannes wurde eine Sprengfalle gefunden. Diese hat nach Angaben der Behörde aus drei Gasflaschen und elektrischen Drähten bestanden, die mit einer Zeitschaltuhr verbunden waren. 
  • Am Nachmittag wurde eine weitere Person aus dem Umfeld des Verdächtigen festgenommen. 

Was wir nicht wissen

  • Das mögliche Motiv des Mannes ist noch nicht abschließend geklärt. Laut der Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft wird berücksichtigt, dass die Tat «aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit des Opfers zu einer bestimmten angeblichen Rasse, ethnischen Gruppe, Nation oder Religion begangen wurde». Macron sagte, diese Menschen seien «allein aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihrer vermeintlichen Religion» ins Visier genommen worden. 
  • Auch weitere Details zu den Opfern gab es nicht. 
  • Unklar ist auch, wie der Mann an die automatische Waffe gekommen sein konnte. 
  • Über die Identität der zweiten festgenommene Person wurden keine weiteren Angaben gemacht. 

© dpa-infocom, dpa:261023-930-884539/2

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