Präsident im Catering-Laster
Medien: USA zweifelten an iranischer Bedrohung für Trump
Air Force One
In einem Catering-Container wurde Trump in eine andere Maschine gebracht. (Archivbild)
Alex Brandon. DPA

Trump wechselt auf dem Heimweg vom Nato-Gipfel versteckt in einem Catering-Container den Flieger. Der einem Politthriller gleichende Vorgang schlägt international Wellen. Nun gibt es neue Infos.

Lesezeit 2 Minuten

Washington (dpa) – Die USA haben Medienberichten zufolge Zweifel an einer iranischen Bedrohung für US-Präsident Donald Trump gehabt, sich aber dennoch für das Täuschungsmanöver auf seinem Heimweg vom Nato-Gipfel in der Türkei entschieden. Die «Washington Post» und das «Wall Street Journal» berichteten, Israel habe den USA Geheimdienstinformationen übermittelt, nach denen der Iran Trumps Leben bedrohe.

Mitarbeiter des US-Auslandsgeheimdienstes CIA hätten diese als nicht überzeugend einstuft, berichtet die «Washington Post» und Berufung auf aktuelle und ehemalige US-Beamte, die mit den Geheimdienstinformationen vertraut sind. Laut «Wall Street Journal» hatte Israel Informationen dazu gesammelt, dass iranische Stellvertreter darüber sprachen, Trump während seines Aufenthalts in der Türkei zu töten. Die Informationen seien vage gewesen und von vielen Mitarbeitern Trumps nicht als vollständig glaubwürdig eingestuft worden, zitiert die Zeitung Regierungsbeamte.

Einige vermuteten demnach, dass Israel versucht habe, Trump dazu zu bewegen, den Iran-Krieg zu eskalieren. Auch die «Washington Post» zitiert einen aktuellen und einen ehemaligen US-Beamten mit der Aussage, manche US-Geheimdienstmitarbeiter hätten in der Warnung vor Bedrohungen für Trump weniger eine Informationsweitergabe Israels als vielmehr den Versuch gesehen, Einfluss auf die US-Politik in der Region zu nehmen.

Nach Informationen des «Wall Street Journal» sammelten die USA kurz darauf ihre eigenen Geheimdienstinformationen über die mögliche Bedrohung. Konkret ging es dabei demnach um das Szenario, dass iranische Vertreter bei Trumps Abflug aus Ankara eine schultergestützte Rakete auf sein Flugzeug hätten abfeuern können. US-Beamte hätten jedoch Zweifel an der angeblichen Verschwörung gehegt. Letztlich habe der Secret Service aber kein Risiko eingehen wollen und sich daher für das Täuschungsmanöver entschieden, berichten beide US-Medien übereinstimmend.

Täuschungsmanöver im Catering-Container

Die «Washington Post» hatte am Montag (Ortszeit) enthüllt, dass das Weiße Haus im Juli nach dem Nato-Gipfel nur vorgetäuscht hatte, dass Trump mit einer Regierungsmaschine aus Ankara abgeflogen war. Der 80-Jährige betrat dort vor laufenden Kameras die Regierungsmaschine, stieg dann aber laut der Zeitung unbemerkt in einen seitlich an dem Flugzeug platzierten Catering-Container. Dessen Laster brachte ihn auf dem Flughafen inkognito zu einem kleineren US-Militärflugzeug, mit dem er nach Großbritannien flog.

Nach der Landung der Regierungsmaschine in Großbritannien wechselte der Tross des Präsidenten von der alten, hellblauen Boeing 747 in den neuen Jet, der Trump von Katar geschenkt worden war. Auch der Präsident stieg dort in die Air Force One um. Die Öffentlichkeit sollte den Eindruck bekommen, dass er die ganze Reise in den Regierungsmaschinen zurückgelegt habe. In den USA stieg er dann vor laufenden Kameras aus.

Trump selbst hatte am Dienstagabend bekanntgegeben, dass das Täuschungsmanöver auf Weisung seiner Personenschützer erfolgt sei. Er richte sich nach deren Vorgaben, sagte der Republikaner. «Das liegt allein beim Secret Service.» Das gelte auch für das Militär. «Ich tue, was sie sagen.» Der Secret Service ist unter anderem für die Sicherheit des Präsidenten zuständig.

© dpa-infocom, dpa:260813-930-521853/1

Ressort und Schlagwörter

Politik

Top-News aus der Region