Angeschaut und ausprobiert
Pixel-11-Serie punktet mit Kamera, KI und Updates
Das Google Pixel 11, Pixel 11 Pro und Pixel 11 Pro XL von vorne
Eine lange Reihe von vorn: Das Google Pixel 11, das Pixel 11 Pro und das Pixel 11 Pro XL (von links nach rechts).
Nico Tapia. DPA

Google verpasst seiner neuen Generation von Pixel-Smartphones viele KI-Funktionen und ein verbessertes Kamerasystem. Warum sich das Upgrade vor allem für Besitzer älterer Geräte lohnt.

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Berlin (dpa/tmn) – Wenn Google eine neue Smartphone-Generation präsentiert, blickt die Branche gespannt nach Kalifornien. Mit dem regulären Pixel 11, dem handlicheren Pixel 11 Pro und dem Flaggschiff Pixel 11 Pro XL schickt der Konzern sein neues Flaggschiff-Trio für das Jahr 2026 ins Rennen.

Neben der bewährten Kombination aus cleveren Software-Lösungen und starker Kameratechnik bringt die elfte Generation eine Reihe von technischen Anpassungen mit sich. Der genaue Blick auf die Hardware und die Neuerungen im Alltagstest zeigt, wo die diesjährigen Pixel-Smartphones überzeugen und an welchen Stellen es noch hakt.

Spitzendisplays im vertrauten Gewand

Optisch bleibt Google seiner eigenständigen Formensprache mit dem markanten Kamerabalken treu, der nun durchgehend verglast ist und störendes Wackeln auf dem Tisch verhindert. Die Gehäuse aus Glas und Aluminium fassen sich hochwertig an und sind nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt.

Ein echtes Aushängeschild der gesamten Reihe sind die OLED-Bildschirme: Das 6,3 Zoll große Pixel 11 liefert mit über 2.000 Nits ein brillantes Bild, während die LTPO-Panels des 6,3 Zoll großen Pixel 11 Pro und des 6,8 Zoll großen Pro XL mit Spitzenwerten von bis zu 2.880 Nits und über 3.000 Nits im HDR-Modus selbst bei direktem Sonnenlicht die Konkurrenz in den Schatten stellen.

Statusleuchte ohne großen Mehrwert

In die Kategorie Ärgernis fällt bei der Pro-Generation dagegen die neue «HiLight»-Status-LED im Kamerabalken, die den früheren Temperatursensor ersetzt. Was auf dem Papier wie die ersehnte Rückkehr einer echten Benachrichtigungs-LED klingt, entpuppt sich in der Praxis eher als vertane Chance.

Denn die Leuchte reagiert lediglich, wenn man mit Gemini spricht oder ausgewählte Kontakte anruft. Sie lässt sich weder frei für Messenger wie WhatsApp oder Signal konfigurieren, noch steht sie Drittanbieter-Apps zur Verfügung. Ein derart beschränktes Hardware-Feature bringt im Alltag kaum praktischen Mehrwert.

Kameras im Härtetest: Starke Hardware, natürlicher Look

Einen echten Fortschritt verbucht das Kamerasystem. Das reguläre Basis-Pixel 11 profitiert enorm davon, dass es erstmals ein vollwertiges optisches Fünffach-Teleobjektiv neben Haupt- und Ultraweitwinkelkamera spendiert bekommt. Das Pixel 11 bietet eine solide Gesamtleistung – auch weil das Gerät im Vergleich zur Konkurrenz im gleichen Preissegment dank des dedizierten Telemoduls feinere Details mit gut kontrolliertem Bildrauschen bewahrt.

Zwar offenbart das Basiskameramodul bei schwierigen Gegenlichtszenen oder extremen Nahaufnahmen noch kleinere Schwächen beim Autofokus und der Detailzeichnung, liefert aber im Alltag zuverlässig lebendige Farben und präzise Hauttöne.

Fototechnisch noch stärker sind die neuen Pro-Modelle

Noch deutlich weiter nach vorn geht es bei den Pro-Modellen, bei denen Google einen verbesserten 50-Megapixel-Hauptsensor sowie eine neu entwickelte 48-Megapixel-Periskop-Telekamera mit größerem Sensor (1/1,95 Zoll) verbaut. Dieser fängt über 30 Prozent mehr Licht ein und sorgt für plastischere Aufnahmen mit deutlich mehr Tiefe. Im Test des Fachportals «DXOMark» kletterte das Pixel 11 Pro XL auf 168 Punkte und sichert sich damit einen Spitzenplatz unter den weltbesten Kamera-Smartphones.

Dieser Eindruck deckt sich mit unserem Praxistest – auch wegen des hervorragenden Porträt-Renderings und der ausgezeichneten Leistung im Telebereich: Das Zusammenspiel aus feiner Detailerfassung, natürlicher Texturwiedergabe und geringem Rauschen bedeutet gegenüber der Vorgängergeneration einen klaren Fortschritt. Zudem hat Google den Algorithmen das aggressive Nachschärfen früherer Jahre abgewöhnt. Fotos wirken nun angenehm organisch und echt.

Sofort-Nachtsicht beschleunigt Aufnahmen in dunkler Umgebung

Auch bei Nachtaufnahmen zahlt sich die überarbeitete Bildverarbeitung aus: Die sogenannte Sofort-Nachtsicht fängt dunkle Szenen bis zu viermal schneller ein, sodass man das Smartphone kaum noch stillhalten muss. Der auf bis zu 120-fache Vergrößerung erweiterte, KI-gestützte Pro-Zoom liefert bei statischen Objekten wie Schildern oder Gebäuden verblüffend scharfe Kanten und lesbare Schriften, basiert bei diesen Extremwerten aber vor allem auf generativer Bildrekonstruktion.

Bei Videoaufnahmen schneiden die Geräte solide ab. In dynamischen Bewegungsszenen und bei sehr schwachem Licht hat allerdings das iPhone 17 Pro bei der Stabilisierung und Rauschunterdrückung nach wie vor die Nase vorn.

Keine optimalen Benchmark-Werte – Rotstift beim Speicher

Unter der Haube verrichtet der neue Tensor-G6-Prozessor gemeinsam mit dem Titan-M3-Sicherheitschip seinen Dienst. Im täglichen Einsatz reagiert das System flüssig, doch in anspruchsvollen Grafik- und Benchmark-Tests hinkt der hauseigene Chip der Spitzenklasse von Qualcomm und Apple weiterhin deutlich hinterher.

Auf Unverständnis bei Gamern und anderen Verbrauchern, die Top-Leistung von Smartphones tatsächlich benötigen, dürfte auch die Entscheidung von Google stoßen, beim Speicher den Rotstift anzusetzen. Zwar gibt es nun endlich zeitgemäße 256 Gigabyte (GB) Basisspeicher, doch ausgerechnet bei den teuren Pro-Modellen schrumpft der Arbeitsspeicher (RAM) in der Basiskonfiguration von 16 auf 12 GB. 16 GB gibt es nur noch gegen satten Aufpreis in den höheren Speichervarianten.

Clevere Software und lange Update-Garantie

Auf der Habenseite stehen die modernen KI-Funktionen von Android 17. Die Spracheingabe-Funktion Rambler filtert Versprecher sowie Füllwörter zuverlässig aus Diktaten heraus. Und das magnetische Qi2-Laden mit bis zu 25 Watt öffnet das Tor zur praktischen Magsafe-Zubehörwelt.

Über jeden Zweifel erhaben bleibt Googles vorbildliche Software-Unterstützung mit vollen sieben Jahren Updates bis 2033.

Pixel Watch 5 punktet mit präzisem Tracking

Passend zum Smartphone-Lineup schickt Google die Pixel Watch 5 ins Rennen, die optisch dem gewohnten runden Gehäuse treu bleibt, unter der Haube aber spürbar nachlegt. Mit dem beschleunigten Snapdragon W5 Gen 2, auf drei Gigabyte vergrößertem Arbeitsspeicher und 64 Gigabyte internem Speicher läuft das Zusammenspiel mit Wear OS und Gemini im Alltag butterweich und blitzschnell.

Neben verbesserten Gesundheitsfunktionen wie einer präziseren Schlafanalyse, automatischer Zählung beim Krafttraining und neuen Notfall-Erkennungen setzt vor allem das GPS-Tracking neue Maßstäbe: Durch die Kombination aus Dual-Band-GPS und 3D-Kartendaten von Google Maps gleicht die Uhr Signalreflexionen in Häuserschluchten effektiv aus und navigiert spürbar genauer als frühere Generationen. Erfreulich ist zudem, dass das praktische Ladekabel des Vorgängers weiterverwendet werden kann, auch wenn der Einstiegspreis leicht angezogen hat.

Höhere Preise trüben das Gesamtbild

Zusammengefasst liefert Google mit dem Pixel 11 Pro XL das bislang beste Smartphone der Serie ab: Die überragende Fotoqualität, die nochmals gesteigerte Akkulaufzeit, die enorm hellen Displays und der vorbildliche Sieben-Jahre-Support schnüren ein starkes Gesamtpaket. Doch der Technologiesprung gegenüber der direkten Vorgängergeneration fällt dezent aus. Dass Google an der Preisschraube dreht, bei den Pro-Basismodellen den Arbeitsspeicher beschneidet und die Benchmark-Leistung weiterhin hinter der Android-Spitze zurückbleibt, rechtfertigt einen Wechsel vom Pixel 10 kaum.

Ein Upgrade lohnt sich vor allem für Nutzer älterer Geräte wie dem Pixel 7 oder Pixel 8. Wer mit den neuen 11er-Modellen liebäugelt, muss den happigen Einstiegspreis allerdings nicht zwingend sofort zahlen: Erfahrungsgemäß sinken die Straßenpreise bei Google-Smartphones schon wenige Monate nach dem Marktstart spürbar unter die unverbindliche Preisempfehlung. Ein wenig Geduld dürfte sich für Kaufinteressierte also auszahlen.

Technische Daten Pixel 11

Technische Daten Pixel 11 Pro und Pro XL

© dpa-infocom, dpa:260827-930-588244/1

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