Mainz (dpa/tmn) – Künstliche Intelligenz macht es Kriminellen immer leichter – und ihren Opfern immer schwerer, Betrugsmaschen als solche zu erkennen, weil die durch den KI-Einsatz oftmals täuschend echt wirken. Darauf weisen das Landeskriminalamt (LKA) und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hin.
KI-Technologien erlaubten es Betrügern, Stimmen, Bilder, Videos und Texte so zu fälschen, dass sie kaum von echten zu unterscheiden sind. Das Ziel der Kriminellen: Geld oder persönliche Daten ergaunern.
Die Verbraucherschützer und das LKA geben einen Überblick über die fünf häufigsten Betrugsmaschen:
1. Love Scamming: Liebesbetrug mit falschen Identitäten
Auf Dating-Plattformen und in sozialen Netzwerken tauchen immer häufiger KI-generierte Profile auf. Die Betrüger dahinter investieren Wochen in den Aufbau einer vermeintlichen Liebesbeziehung, um schließlich wegen einer frei erfundenen, dringlichen Geschichte um Geld zu bitten, etwa für eine Notoperation oder das Flugticket für ein erstes Treffen.
2. Sextortion: Erpressung mit manipulierten Bildern
Besonders junge Menschen geraten ins Visier von Kriminellen, die über soziale Medien Kontakt aufnehmen. Sie drohen, gefälschte oder manipulierte Nacktbilder an das Umfeld weiterzuleiten, wenn das Opfer nicht sofort Geld zahlt.
3. Deepfakes: Promis werben für falsche Geldanlagen
Mit Deepfake-Videos von Prominenten werben Betrüger für angeblich lukrative Investments in Aktien, Kryptowährungen oder Gesundheitsprodukte. Wer sich darauf einlässt, verliert sein Geld.
4. Phishing: Datenklau auf neuem Niveau
KI ermöglicht es Kriminellen, täuschend echt wirkende Nachrichten im Namen von Banken, Behörden oder Paketdiensten zu verfassen. Die Schreiben sind fehlerfrei, individuell adressiert und vom Layout und Design her kaum als Fälschung erkennbar. Ziel der Betrüger ist meist das Abgreifen von Passwörtern oder Kreditkartendaten.
5. Schockanrufe: Geklonte Stimme am Telefon
Aus wenigen Sekunden Audiomaterial lässt sich mit Hilfe von KI die Stimme einer vertrauten Person generieren. Betrüger nutzen das, um am Telefon einen Notfall zu inszenieren und um Geld zu bitten, etwa wegen eines angeblichen Unfalls oder einer angeblichen dringenden Operation.
So schützen Sie sich:
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht, wenn eine Stimme vertraut klingt oder ein Gesicht bekannt wirkt.
- Legen Sie im Zweifel auf und rufen Sie die betreffende Person oder Institution über eine bekannte Nummer zurück.
- Geben Sie niemals Passwörter, Zugangsdaten oder andere sensible Informationen weiter.
- Überweisen Sie kein Geld, ohne die Angaben vorher unabhängig geprüft zu haben.
- Vereinbaren Sie mit Ihrer Familie ein geheimes Codewort für Notfälle.
- Gehen Sie sparsam mit persönlichen Daten, Fotos, Videos und Sprachaufnahmen in sozialen Medien um.
- Erstatten Sie bei Betrugsverdacht Anzeige bei der Polizei. Das ist auch online möglich unter «Portal.onlinewache.polizei.de».
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