Angeschaut und ausprobiert
iPhone 18 Pro im Test: Starkes Kamera-Upgrade unter Dampf
Apple iPhone 18 Pro in vier Farben
Die ausgefallenen Farben des iPhone 18 Pro sind in diesem Jahr nach dem populären Orange des Vorjahresmodells das dunkelrote Burgund und das hellblaue Polar.
Apple Inc.. DPA

Das neue Klapp-iPhone Duo fällt sofort ins Auge, die neuen Pro-Modelle hingegen sehen praktisch unverändert aus. Doch im Inneren hat sich beim iPhone 18 Pro viel getan. Besonders die Kamera glänzt.

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Cupertino (dpa) – Leistungsstärkerer Chip, einstellbare Blende in der Kamera, effizientere Kühlung – die großen Neuerungen des iPhone 18 Pro stecken unter der Haube. Die Gehäusemaße sind unterdessen so identisch mit denen des Vorgängermodells, dass selbst die Hüllen wie angegossen passen.

Und doch wird man viele Besitzer des neuen Pro wieder an der Farbe ihrer Geräte erkennen können: Das leuchtende Orange bleibt dem vorjährigen 17er-Modell vorbehalten, das iPhone 18 Pro kommt unterdessen in dunkelrotem Farbton Burgunder und hellblauem Polar.

Bei iPhones war es oft so, dass Fortschritte neuer Modelle vor allem im Vergleich zu mehreren Generationen davor spürbar wurden, von Jahr zu Jahr aber nicht so sehr. Beim iPhone 17 Pro war das 2025 anders: Mit seinem 8x-Zoom, der Kühlung mit Hilfe einer Dampfkammer und dem Wärmeableitenden Aluminium-Gehäuse war es eine schlagartige Verbesserung im Vergleich zum Pro-Modell der 16er-Reihe.

Man könnte sagen, das iPhone 18 Pro kann alles, was das 17 Pro kann, oft etwas besser und schneller – und gerät dabei auch noch weniger ins Schwitzen. Doch bei einigen Neuerungen ist es mehr als nur ein Upgrade.

Das iPhone 18 Pro hat eine echte Blende

Dazu gehört die erste variable Blende in einem iPhone. Die Blende, wie man sie etwa aus Fotoapparaten kennt, vergrößert oder verkleinert die Öffnung, über die das Licht auf den Film oder den Kamerasensor fällt. Verschiedene Smartphone-Rivalen experimentierten schon mit variablen Blenden. Apple verließ sich bisher auf eine feste Blende mit einem Wert von 1,78. Beim iPhone 18 Pro gibt es nun vier Stufen von 1,48 bis 4 mit 1,8 und 2,8 dazwischen.

Standardmäßig wählt die iPhone-Kamera selbst die nach ihrer Einschätzung passende Einstellung – ausgehend aus Lichtverhältnissen, Motiv und Bewegung. Bei dunklen Szenen lässt die Automatik mit einer Öffnung von 1,48 mehr Licht rein, damit etwa auch der Nachtmodus schneller und besser funktioniert. Bei Personen oder Objekten im Vorder- und Hintergrund wählt sie eine höhere Blendenzahl, damit möglichst viel scharf zu sehen ist. Ambitionierte Fotografen können die Öffnung in den vier Stufen auch manuell anpassen.

iPhone-Kamera passt häufig die Blende an

Nun ist die Spanne bis zu einer Öffnung von 4 gemessen an der klassischen Fotografie recht moderat. Und die Kameras vorheriger iPhone lieferten auch mit ihrer festen Blende ausgezeichnete Bilder unter anderem dank aufwendiger Software-Bearbeitung. Diese «Computational Imaging Pipeline» ist beim 18 Pro neu, genauso wie der Bildsensor.

Spielt man im Alltag mit verschiedenen Blenden-Einstellungen herum, ist bei einem Großteil der Bilder ein Unterschied oft erst auf den zweiten Blick sichtbar. Es ist ein so prägnanter Effekt wie beim Porträt-Modus, der verschwommene Hintergründe mit Hilfe von Software imitiert. Allerdings: Das iPhone selbst wechselt im Automatik-Modus auch bei hellem Licht erstaunlich oft die Blenden-Stufen.

Und bei Dämmerung und im Halbdunkel kann die Öffnung von 1,48 den Unterschied zwischen einem gelungenen und verpatzten Bild ausmachen. Entwickler von Kamera-Apps bekommen über eine API Zugriff auf die Einstellungen. Im Pro-Modus können auch andere Parameter wie die Belichtungszeit angepasst werden.

Foto-Wahrheit direkt aus dem Chip

Eine weitere Foto-Funktion passt zu der heutigen Zeit, in der alle möglichen Bilder mit KI verändert werden können. Wie soll man da noch den Überblick behalten, was echt ist und was von der KI erfunden?

Mehr noch, jedes Bild, das man mit einem Smartphone aufnimmt, entsteht letztlich aus dem Zusammenspiel einer Kette von Software-Algorithmen. Ein Lösungsvorschlag des iPhone-Konzerns ist das «Apple Referenzbild» – eine nicht veränderbare Begleitdatei zu einem Foto, eine Art digitales Negativ.

Möglich macht das der neue Bildsensor der Hauptkamera, der laut Apple jedes erfasste Pixel signieren kann. Aus diesen Sensordaten wird ein Referenzbild erstellt, das zum Foto angezeigt werden kann. Für diese Arbeit ist zusätzliche Rechenleistung aus dem Netz notwendig – aber nach Apples Modell Private Cloud Compute, bei dem die Daten komplett verschlüsselt übertragen werden und für niemanden sonst zugänglich sind.

Um Referenzbilder aufzunehmen, muss man die Funktion zunächst aktivieren – und bekommt dann einen entsprechenden Button zwischen dem Standard-Foto und dem Porträt-Modus angezeigt. Bei eingeschalteter Referenz-Funktion wechselt der Sensor dann in einen besonderen abgesicherten Modus. Ein Kompromiss: Da dafür die Hauptkamera eingesetzt werden muss, ist der Zoom auf 2x begrenzt.

Mehr Dampf für kühleren Lauf

Die Computer-Power für das 18 Pro liefert der neue hauseigene Chip A20 Pro. Im Vergleich zum Vorgänger-Modell verbesserte Apple unter anderem die KI-Rechenleistung – nicht überraschend, da in den USA anders als in der EU nun die neue Sprachassistentin Siri mit Künstlicher Intelligenz (Siri AI) verfügbar ist. Aber auch für neue Kamera-Funktionen, wie etwa das Tracking, das sowohl für Fotos als auch für Video den Fokus auf einem ausgewählten Objekt halten kann, ist viel Rechenpower notwendig.

Chips heizen sich unter Vollast auf. Dem iPhone 17 Pro spendierte Apple deswegen eine sogenannte «Vapor Chamber», eine abgedichtete Kammer, in der Wasser zu Dampf wird und wieder zur Flüssigkeit abkühlt.

Die Dampfkammer des 18 Pro ist drei Mal so groß wie beim Vorgängermodell – und zudem liegt sie nach einem Umbau direkt am Chip an, während zuvor noch Speicher im Weg war. Das Ergebnis: Das 18 Pro heizt sich weniger auf als das Vorjahresgerät. Im Vergleich zum schnell aufheizenden iPhone 16 Pro ist der Unterschied sehr stark spürbar.

Mehr Platz auf der Insel

Beim verbesserten neuen Display fällt auch auf: Die sogenannte «Dynamische Insel» rund um die Selfie-Kamera und die FaceID-Block an der oberen Bildschirmkante kann nun drei statt zuvor zwei Live-Aktivitäten anzeigen. Das geht, weil Apple den Infrarot-Sensor des FaceID-Systems unter dem Display versteckte. Dafür wurden die Display-Pixel in dem Bereich in einem anderen Muster mit größerem Abstand angeordnet, wie Apple mit einem Mikroskop demonstrierte. Bei der Nutzung merkt man subjektiv nichts davon.

Preis-Hammer: Speicher-Preiserhöhung holt das iPhone ein

Als Apple im Sommer die Preise für einen Großteil der Geräte unter Verweis auf die im KI-Boom explosiv gestiegenen Speicherchip-Kosten erhöhte, blieben die iPhones noch verschont. Doch mit dem neuen iPhone 18 Pro steigt der Einstiegspreis im Vergleich zum Vorjahresmodell um 150 Euro.

  • Das iPhone 18 Pro verkauft Apple nun ab 1.449 Euro.
  • Das größere iPhone 18 Pro Max ab 1.599 Euro.
  • In der Spitze kostet die Max-Version mit 2 Terabyte Speicherplatz 3.099 Euro.

Konkurrenz für die neuen Pro-iPhones sind wie gewohnt Geräte der Erzrivalen Samsung und Google.

  • Samsungs aktuelles Flaggschiff-Modell ist das turnusgemäß im Winter vorgestellte Galaxy S26 Ultra zum Preis von 1.299 Euro.
  • Google verkaufte das im August erschienene Pixel 11 Pro ab 1.199 Euro bzw. ab 1.399 bei der größeren XL-Version.

© dpa-infocom, dpa:260916-930-694299/1

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