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Freier Eintritt: So surfen Sie ohne Cookie-Banner
Krümelmonster Cookie mit Keks
Wie sich das Krümelmonster entscheiden würde, ist klar. Aber wie Nutzende mit Cookies und Banner-Abfragen zu Cookies umgehen, sollten sie sich individuell überlegen.
Georg Wendt. DPA

Cookie-Banner sind wie Türsteher für Webseiten: An ihnen kommt keiner vorbei, ohne zu bekunden, wie er oder sie es mit Cookies hält - eigentlich. Denn die Türsteher können ausgetrickst werden.

Lesezeit 3 Minuten

Berlin (dpa/tmn) – Cookie-Banner erlauben es, nicht notwendige Analyse-, Werbe- oder Tracking-Cookies abzulehnen. So will es die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Grundsätzlich ist das im Sinne der Nutzenden. Der Preis dafür ist aber Klickarbeit.

Gestalten die Seitenanbieter die Auswahl innerhalb der Banner fair, ist das vollumfängliche Ablehnen nicht schwerer als das vollumfängliche Akzeptieren – und mit einem Klick erledigt.

Seitenanbieter machen es Surfern oft unnötig schwer

Die Realität sieht aber oft anders aus: Wer unnötige Cookies aussperren möchte, findet sich schnell in ellenlangen Listen mit Checkboxen oder unverständlichen Untermenüs des Cookie-Banners.

Das führt bei vielen Nutzenden dazu, die Cookie-Vorschläge des Anbieters einfach anzunehmen, um keine Zeit zu verlieren und möglichst schnell auf die Seite zu gelangen. Dann kann das Banner doch eigentlich auch gleich weg, oder?

Tatsächlich gibt es zwei grundsätzliche Möglichkeiten, Banner automatisch ausblenden zu lassen, um direkt auf die Seiten zu gelangen:

1. Browser-Erweiterungen als Banner-Blocker

a) Für die Apple-Welt gibt es die kostenlose Open-Source-Erweiterung «Hush Nag Blocker», die sich in den Safari-Browser einklinkt. Auf iPhone oder iPad unter iOS muss Hush als App installiert und unter «Einstellungen/Safari» aktiviert werden. Hush funktioniert aber auch unter MacOS.

b) Für Windows-Rechner und andere Browser wie Firefox und Chrome sowie weitere auf Chrome basierende Browser wie etwa Edge oder Opera gibt es die Browser-Erweiterung «I don't care about cookies». Praktisch: Über das per rechter Maustaste erreichbare Kontextmenü können einzelne Webseiten ausgeschlossen oder Seiten gemeldet werden, auf denen das Blocken des Banners nicht funktioniert.

c) Ebenfalls für Firefox und Chrome-basierte Browser sowie für Safari unter iOS ist die Erweiterung «Consent-O-Matic» verfügbar. Praktisch: Nutzende können ihre Cookie-Präferenzen einstellen, die dann im Hintergrund von der Erweiterung umgesetzt werden. Ist das aus technischen Gründen nicht möglich, wird das Tool den Entwicklern zufolge immer versuchen, die Cookie-Einstellungen zu wählen, die die Privatsphäre am besten wahren.

d) Beim Firefox-Browser auf Rechnern, aber auch auf Android-Mobilgeräten, kann man auch die Tracker-Blocker-Erweiterung «uBlock Origin» nutzen, um Cookie-Banner fernzuhalten – indem man dort in den Einstellungen Anti-Cookie-Banner-Filterlisten aktiviert (etwa EasyList Cookie).

2. Browser als Banner-Blocker

Die derzeit vielleicht einfachste Lösung, Cookie-Banner zu blocken, ohne weitere Einstellungen vornehmen zu müssen, besteht in der Nutzung des Brave-Browsers. Dort ist die Blockierfunktion ab Werk integriert.

Brave gibt es auf dem Desktop sowohl für Windows als auch MacOS und Linux. Die Mobilversion des Browsers ist für Android und iOS verfügbar. Im Hintergrund arbeitet Brave für das Blocken von Trackern oder Bannern auch mit den bekannten Filterlisten. In den Einstellungen unter «Schutz/Inhaltsfilterung» kann man sehen, dass zum Blockieren der Cookie-Banner die Filterliste EasyList Cookie eingesetzt wird.

Wie sieht es mit der Zuverlässigkeit aus – und mit den Cookies?

Noch ein wichtiges Detail: Das Blocken klappt in den meisten Fällen, aber eben nicht auf jeder Website zuverlässig. Also nicht wundern, wenn vereinzelt Banner weiterhin erscheinen.

Das Ausblenden des Banners bedeutet zudem nicht zwingend, dass optionale Cookies abgelehnt worden sind. Die genannten Tools treffen mit Ausnahme von «Consent-O-Matic» in der Regel einfach keine Auswahl, um den Weg auf die Seite möglichst schnell freizumachen. Im Zweifel kann es also sein, dass die Seiten optionale Cookies einfach setzen.

Cookies und andere Browserdaten automatisch löschen lassen

Deshalb sollte man beim Nutzen von Cookie-Banner-Blockern zumindest darauf achten, dass beim Schließen des Browsers Cookies und gegebenenfalls auch andere Surfdaten wie Verlauf, Cache oder auch Website-Daten automatisch gelöscht werden. Das lässt sich in den Einstellungen aller gängigen Browser festlegen.

© dpa-infocom, dpa:261008-930-806495/1

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