Hamburg (dpa) - Als der größte Erfolg in der Geschichte der MT Melsungen perfekt war, gab es kein Halten mehr. Die Spieler tanzten auf dem Feld der Hamburger Barclays Arena, die Fans jubelten in der Kurve. 24:23 (13:12) hieß es im Endspiel der European League im Handball gegen den THW Kiel.
Es ist ein Erfolg, der für die Nordhessen sogar den Weg in die Champions League öffnen kann. Die einfachste Möglichkeit: Gewinnen die Füchse Berlin die Königsklasse nicht, ist die MT dabei. Der erfolgsverwöhnte THW bleibt in einer verkorksten Saison damit titellos und muss nun sogar um einen internationalen Platz in der nächsten Serie zittern.
Jubel in Melsungen, tiefe Trauer in Kiel
«Das haben wir uns verdient», sagte der Melsunger Co-Trainer Carsten Lichtlein, der 2016 als Torwart mit Deutschland die Europameisterschaft gewonnen hatte, und ergänzte: «Wir haben es den Kritikern gezeigt.»
Ganz anders dagegen war die Stimmungslage bei den geschlagenen Kielern: «Es ist extrem bitter, aber ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben bis zur 60. Minute gefightet», sagte Nationalspieler Lukas Zerbe: «Aber Glückwunsch an Melsungen.»
Endspiel auf Augenhöhe
Die beiden Bundesligisten, die sich im vergangenen Jahr im Spiel um den dritten Platz gegenübergestanden hatten, begegneten sich vor den 12.200 Zuschauern auf Augenhöhe. Kiel führte in der 12. Minute 6:4, Melsungen ging mit einem knappen Vorsprung in die Pause.
Zu Beginn des zweiten Abschnitts traf David Mandic zum 15:13 in das leere Kieler Tor. Da aber THW-Torwart Gonzalo Perez de Vargas immer wieder zur Stelle war, blieb die Partie spannend. Zwei Minuten vor dem Abpfiff parierte der ebenfalls starke MT-Keeper Nebojsa Simic beim 23:22 einen Siebenmeter von Lukas Zerbe. Es blieb ein letzter Freiwurf durch Eric Johansson. Der landete im Block - und Melsungen jubelte.
SG Flensburg-Handewitt sichert sich den dritten Platz
Im Spiel um Platz drei setzte sich Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt 32:30 (16:16) gegen den französischen Vertreter Monpellier HB durch. Der Matchplan von SG-Trainer Ales Pajovic musste schon in der sechsten Minute neu geschrieben werden. Rückraum-Linkshänder Niclas Kirkelökke sah nach einem Foul an Valentin Porte die Rote Karte.
Erst nach der Pause rafften sich die Flensburger auf, beantworteten den kleinen Lauf von Montpellier (18:17/35.) mit einer kämpferisch starken Leistung. Beim 29:26 (53.) war der Weg geebnet. Die Flensburger Fans, die nach dem Halbfinal-Aus noch bitter enttäuscht waren, feierten das Team mit langem Applaus. „Wir waren in allen Belangen besser im Spiel als gestern“, sagte SG-Kapitän Johannes Golla.
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