Autobauer in der Krise
Merz warnt vor Verlust von Arbeitsplätzen in der Industrie
Kanzler Merz zu Besuch bei CDU Niedersachsen
«Deutschland muss ein Industrieland bleiben!», forderte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf einer Veranstaltung der CDU Niedersachsen in Langenhagen bei Hannover.
Moritz Frankenberg. DPA

Bundeskanzler Merz begrüßt die Einigung auf einen tiefgreifenden Umbau bei Volkswagen. Der CDU-Chef sieht die Probleme des Konzerns als Teil einer schweren Krise der europäischen Autobranche.

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Langenhagen (dpa) – Bundeskanzler Friedrich Merz hat angesichts der Krise bei Volkswagen vor einem weiteren Verlust von Industriearbeitsplätzen gewarnt. Volkswagen stehe beispielhaft für die schwierige Lage der Automobilindustrie in Deutschland und Europa, sagte der CDU-Chef bei einer Wahlkampfveranstaltung seiner Partei in Langenhagen bei Hannover.

«Uns gehen im Augenblick in großem Umfang Industriearbeitsplätze verloren», warnte Merz kurz vor den niedersächsischen Kommunalwahlen. Diesen Trend müsse und wolle man stoppen. «Deutschland muss ein Industrieland bleiben!»

Merz begrüßt Einigung bei Volkswagen

Die jüngste Einigung im VW-Aufsichtsrat begrüßte der Kanzler. Ein offener Streit über die Führung des Konzerns bis hin zu einer außerordentlichen Hauptversammlung wäre «alles andere als hilfreich» gewesen. Die Einigung sei allerdings zunächst nur vorläufig.

Merz stellte die besondere Bedeutung des Konzerns für Niedersachsen heraus. «Kein Land ist so stark geprägt von einem großen Industrieunternehmen wie Niedersachsen.» Das Schicksal von Volkswagen sei deshalb nicht mit dem eines beliebigen privatwirtschaftlichen Unternehmens vergleichbar. An dem Autobauer hingen zudem zahlreiche Arbeitsplätze bei Zulieferern sowie in Handel und Gewerbe.

Lechner wirft Landesregierung Versäumnisse vor

Niedersachsens CDU-Landeschef Sebastian Lechner warf der Landesregierung Versäumnisse vor. Schon vor zwei Jahren sei absehbar gewesen, dass Volkswagen vor Schwierigkeiten stehe. Diese Zeit hätte genutzt werden müssen, um Perspektiven für die niedersächsischen Werke zu entwickeln.

Lechner begrüßte die Einigung ebenfalls, kritisierte aber die weiterhin fehlende Klarheit für mehrere Standorte. Unter anderem über die Zukunft der Werke in Hannover und Emden soll bis Juni des kommenden Jahres entschieden werden. Die CDU werde konstruktiv an Lösungen mitarbeiten, sagte Lechner.

Zukunft von vier deutschen VW-Werken bleibt weiter offen

Der VW-Aufsichtsrat hatte einem umfassenden Konzernumbau zugestimmt. Dieser sieht einen weiteren Abbau Zehntausender Stellen und eine Verkleinerung des Modellangebots vor. Die Zukunft von vier deutschen Werken bleibt zunächst offen.

© dpa-infocom, dpa:260905-930-638049/1

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