Frankfurt/Main (dpa) – Eintracht Frankfurts Sport-Vorstand Markus Krösche hat den geschassten Trainer Albert Riera von jeder Schuld freigesprochen und die Verantwortung für die sportliche Talfahrt übernommen. «Bei der Entscheidung für Albert habe ich ihn in die Situation gebracht, in der er kaum die Möglichkeit hatte, erfolgreich zu sein. Das war meine falsche Entscheidung und meine Fehleinschätzung», sagte Krösche in einer Pressekonferenz.
Krösche: «Keines unserer Ziele erreicht»
Frankfurt ist im DFB-Pokal und in der Champions League früh ausgeschieden. Platz acht in der Bundesliga ist weit unter den hohen Ansprüchen. Der Club wird in der kommenden Spielzeit nicht international spielen. «Wir haben keins unserer Ziele erreicht, das ist sicherlich enttäuschend. Wir haben einige Entscheidungen getroffen, die nicht so funktioniert haben», sagte Krösche.
In seinem Amt will der Funktionär aber verbleiben. «Wir haben viele Dinge erreicht. So ein Jahr gehört manchmal auch dazu. Es ärgert mich», sagte Krösche. Über einen Rückzug habe er nie nachgedacht.
Der 45-Jährige hat in dieser Saison unter anderem Trainer Dino Toppmöller freigestellt. Auch das folgende Interimsgespann um Vereinslegende Alexander Meier funktionierte nicht. Am späten Sonntagabend, nur etwa 28 Stunden nach Saisonende, verkündete der Verein die Trennung von Riera. Wer auf den Spanier folgt, ist offen.
Noch kein Zeitplan in der Trainerfrage
«Wir schauen jetzt mal. Sicherlich wollen wir zeitnah eine Lösung finden beziehungsweise uns auf jemanden festlegen. Es ist wichtig, gerade Richtung neuer Saison», sagte Krösche. Der extravagante Riera hatte in den vergangenen Monaten mit seinen Auftritten viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
Dass das Missverständnis nach Saisonende beendet werden würde, schien seit Wochen klar. «Ich habe mich nicht in dem Menschen Albert Riera getäuscht», stellte Krösche klar. Die Vorfälle in den vergangenen Wochen hätten «eine gewisse Dynamik» ausgelöst. Riera schrieb nach der Trennung in den sozialen Netzwerken, er gehe «in Frieden, aber traurig, weil ich weiß, dass ihr nur 20 % von Alberts Power genutzt habt».
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