Mannheim (dpa) – Zweimal Nervenkitzel im Tie-Break, ein Favoritenschreck, ein Premierensieger – und das alles vor mehr als 12.500 Fans: Viel besser hätte der Abschied des größten Volleyball-Events Deutschlands aus Mannheim nicht verlaufen können.
«Es ist einfach unbeschreiblich. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass wir diesen Pokal jetzt hier gewonnen haben, in dieser unbeschreiblichen Halle. Mit 12.000 Zuschauern, das ist schon das Größte. Es ist einfach unfassbar», sagte Mittelblockerin Laura Berger vom VfB Suhl nach der Final-Überraschung gegen den Favoriten MTV Stuttgart.
Suhl gibt wieder den Favoritenschreck
Zum zweiten Mal nach 2008 holten sich die Thüringerinnen den DVV-Pokal. Danach feierte das Wolfsrudel mit seinem frenetischen Anhang, der in besonderen Finaltrikots zahlreich dabei war.
Es war ein packendes Match, in dem der Außenseiter eine 2:0-Führung verspielte, aber dann im entscheidenden Satz die Nerven behielt und sich hauchdünn durchsetzte.
Dem wollten auch die Männer nicht nachstehen und boten den Fans in der ausverkauften SAP Arena das zweite Highlight. Im vierten Anlauf gegen Rekordsieger Friedrichshafen konnte die SVG Lüneburg ihren Final-Fluch besiegen und sich erstmals einen großen Titel sichern. «Ich bin sehr glücklich», sagte sogar der sonst so coole Lüneburger Coach Stefan Hübner beim Streamingdienst Dyn: «Das ist ein unglaublicher Moment.»
Volleyball soll in Köln weiter wachsen
Für die Liga VBL und den Deutschen Volleyball-Verband war der rundum gelungene Abend vor allem auch ein wichtiges Zeichen für die Zukunft. Denn nach elf Jahren zieht das Event im kommenden Jahr um. In die noch größere Lanxess Arena in Köln, in die rund 20.000 Menschen passen.
«Die Eventisierung ist extrem wichtig im Sport und auch in unserer Sportart. Wir wollen für diesen großen Schritt mutig sein. Nach Köln ziehen in ein großes Einzugsgebiet für uns, Nordrhein-Westfalen», erklärte VBL-Geschäftsführerin Kim Oszvald-Renkema bei Dyn. «Nach elf Jahren glauben wir, es ist jetzt der richtige Schritt, nochmal größer zu denken.»
Die Ligen haben sich in den vergangenen Jahren stabilisiert. Es gibt wieder mehr Teams und größeren Wettbewerb. Jetzt soll Volleyball weiter aus dem Schatten der anderen Ballsportarten heraustreten.
Der Wechsel auf Samstag statt Sonntag als Spieltag brachte in Mannheim in diesem Jahr nochmal einen Schub. Das soll auch in Köln so bleiben. «Aber es wird größer. Wir erweitern alles», sagte Oszvald-Renkema schon vor den Endspielen. «Wir wollen das Jahr schon nutzen, um Volleyball in der Region und überregional zu stärken.» Auch um die Spiele herum soll es mehr Veranstaltungen für Fans geben.
Bei den Gewinnern von Samstag standen erst einmal ganz andere Dinge im Vordergrund. Suhls Kapitänin Roosa Laakonen sagte über die Partypläne: «Ich war die ganze Woche so müde. Ich konnte nicht trainieren, weil ich so viel Schmerzen im Bein hatte, also weiß ich es nicht. Aber ich will ein Bier!» Lüneburgs Hübner freute sich dagegen auf einen Schluck Crémant.
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