Wolfsburg/Zwickau (dpa) – Überkapazitäten, Jobabbau, wachsende Konkurrenz aus China: Die deutsche Auto-Industrie steckt in der Krise. Ganze Autofabriken mit Tausenden Jobs stehen vor einer ungewissen Zukunft und Errungenschaften wie die 35-Stunden-Woche werden zunehmend infrage gestellt. Dagegen trommelt die Gewerkschaft IG Metall an diesem Montag bundesweit zu Protesten.
Mehr als 280 Aktionen geplant
Ob Wolfsburg, Zwickau, Stuttgart, Saarbrücken oder das Ruhrgebiet: In allen Bundesländern hat die IG Metall Beschäftigte von Autoherstellern und Zulieferern aufgerufen, ein deutliches Zeichen zu setzen. Das Motto lautet: «Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke». Den Angaben nach soll es verschiedene Aktionen an mehr als 200 Orten geben. Dazu zählen interne Betriebsversammlungen in Unternehmen, aktive Mittagspausen, Sternmärsche und öffentliche Kundgebungen. Die Gewerkschaft erwartet, dass sich mehr als 100.000 Menschen beteiligen.
Benner: «beispielloser Angriff auf die Beschäftigten»
Beklagt wird, dass vor allem die Mitarbeiter die Folgen der Branchenkrise tragen müssten. «Wir erleben momentan einen beispiellosen Angriff auf die Beschäftigten in der Automobilindustrie», hatte IG Metall-Chefin Christiane Benner mit Blick auf den Aktionstag erklärt. Das müsse aufhören. Nicht nur, dass Autohersteller und Zulieferer hierzulande bereits Tausende Jobs abgebaut hätten. Die Gewerkschaft befürchtet auch weitere Einschnitte für die Beschäftigten und fordert: «Finger weg von der 35-Stunden-Woche!»
Das fordert die IG Metall außerdem
Gefordert wird darüber hinaus, dass die Unternehmen wieder stärker in die deutschen Standorte investieren. Etwa in Bereiche wie Batteriefertigung, autonomes Fahren und moderne Produktionsanlagen. Außerdem brauche es wieder mehr Modelle, die großes Volumen bringen und für mehr Auslastung in den Fabriken sorgen. «Investitionen in Standorte statt Geldregen für Aktionäre!», lautet der Slogan der Gewerkschaft. Auch die Politik wird in die Pflicht genommen. Sie müsse für niedrigere Stromkosten und weniger Bürokratie sorgen. Außerdem fordert die Gewerkschaft eine Ausweitung der Zölle bei Autos aus China sowie Finanzhilfen für Zulieferer im Umbau.
Übersichtskarte zu den Aktionen
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