Bundesliga
«Gänsehaut»: Kiel trifft im Handball-Derby auf Flensburg
Veron Nacinovic (l) vom THW Kiel
Kiels Veron Nacinovic (l) und Flensburgs Blaz Blagotinsek kämpfen um den Ball. (Archivbild)
Frank Molter. DPA

Das 117. Nordduell zwischen dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt sorgt für extreme Spannung: Beide Teams stehen punktgleich an der Tabellenspitze. Wer behauptet sich im Kampf der Erzrivalen?

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Kiel/Flensburg (dpa) – Rune Dahmke hat schon jetzt «Gänsehaut», für Viktor Szilagyi übertrifft das Ereignis «alles und jedes». Der Linksaußen und der Geschäftsführer des Handball-Rekordmeisters THW Kiel wissen ganz genau, worum es am Samstag in der Ostseehalle geht: Das Nordderby gegen den Erzrivalen SG Flensburg-Handewitt steht an.

Auch SG-Geschäftsführer Holger Glandorf ist sich der Bedeutung bewusst: «Das ist das zweitgeilste Spiel der Saison», sagte er der Deutschen Presse-Agentur und fügte mit einem kleinen Seitenhieb an: «Das geilste ist und bleibt das Derby bei uns zu Hause.»

Vor dem mittlerweile 117. Kräftemessen (18.00 Uhr/Dyn und ARD) stehen der THW und die SG in der Bundesliga-Tabelle dort, wo sie sich am liebsten sehen und wo sie nach ihren eigenen Ansprüchen auch hingehören: ganz oben. Beide haben ihre ersten fünf Spiele gewonnen, stehen bei jeweils 10:0 Punkten. Nur aufgrund der um drei Treffer besseren Tordifferenz führen die Flensburger das Klassement vor den Kielern an.

Makellose Bilanzen als Momentaufnahme

Für Dahmke ist die makellose Bilanz der beiden Clubs eine Momentaufnahme. Das sehe «vielleicht in der Vorberichterstattung ein bisschen schöner aus», sagte der 33-Jährige dem Streamingdienst Dyn. SG-Boss Glandorf betonte: «Wir sind mit dem bisherigen Saisonverlauf natürlich zufrieden und freuen uns, dass wir bislang alle Spiele erfolgreich gestalten konnten. Gleichzeitig wissen wir, dass wir das entsprechend einzuordnen haben und noch am Anfang der Saison stehen.»

Am Ende der Spielzeit soll für beide Clubs am liebsten der Titel, zumindest aber die Qualifikation für die Champions League herausspringen. Der THW Kiel war zuletzt 2023/24 dabei, ist in dieser Saison erstmals seit 33 Jahren international überhaupt nicht vertreten. Die SG Flensburg-Handewitt startete letztmals 2021/22 in der Königsklasse, gewann aber zumindest 2024 und 2025 die European League. Auch aktuell ist sie im zweitwichtigsten Europapokal dabei.

Verstärkungen in Gegenwart und Zukunft

Um ihre Ziele zu erreichen, haben sich beide Teams in der Gegenwart und für die Zukunft enorm verstärkt. Beim THW kamen unter anderem der deutsche Nationalspieler Julian Köster und der slowenische Spielmacher Domen Makuc, bei der SG der französische Regisseur Aymeric Minne. Für die kommende Saison haben die Kieler Nationalkreisläufer Justus Fischer verpflichtet, nach Flensburg kommen die portugiesischen Brüder Francisco und Martim Costa.

Die Generalproben für das Derby absolvierten beide Clubs am Mittwoch erfolgreich. In der zweiten Runde des DHB-Pokals siegte Kiel souverän mit 41:23 beim Zweitligisten TV Hüttenberg, Flensburg hatte beim ebenfalls in der 2. Liga beheimateten Schleswig-Holstein-Rivalen VfL Lübeck-Schwartau deutlich mehr Mühe (38:35).

Kiel liegt in der Bilanz klar vorn

«Jetzt freue ich mich extrem auf das Derby vor unseren Fans, vor unserer weißen Wand», erwartet THW-Supertalent Rasmus Ankermann «das größte Derby der Welt». In der bisherigen Bilanz stehen bei fünf Unentschieden 68 Kieler und 43 Flensburger Siege.

In der vergangenen Saison begegneten sich die beiden Mannschaften in der Bundesliga und der European League gleich viermal. Nach dem Flensburger Auftakterfolg folgten drei Kieler Siege. Am Samstag kommt es zur nächsten Aufführung der wohl größten Rivalität im Handball.

© dpa-infocom, dpa:260924-930-736249/1

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