Olympiareferendum
Beteiligung am Olympiareferendum bei über 47 Prozent
Referendum über Olympia-Bewerbung in Hamburg
Das Rennen zwischen Befürwortern und Gegnern einer Olympiabewerbung Hamburgs ist eng.
Katrin Luxenburger. DPA

Mehr als 620.000 Hamburgerinnen und Hamburger haben bereits beim Olympiareferendum abgestimmt. Wie die Chancen für eine Bewerbung stehen ist offen. Es könnte knapp werden - für beide Seiten.

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Hamburg (dpa) - Zwei Stunden vor Schließung der Abstimmungslokale lag die Beteiligung am Olympiareferendum in Hamburg bei 47,1 Prozent. Wie das Landeswahlamt mitteilte, hatten bis 16.00 Uhr 60.587 Hamburgerinnen und Hamburger ihre Stimme für oder gegen eine Bewerbung ihrer Stadt für die Olympischen und Paralympischen Spiele abgegeben. Hinzu kommen gut 560.000 Stimmen, die bereits per Brief abgegeben worden waren. 

Zur Abstimmung aufgerufen sind etwa 1,3 Millionen Hamburgerinnen und Hamburger ab 16 Jahren. Sie sollen entscheiden, ob Hamburg sich weiter bemühen soll, Kandidat für eine deutsche Olympia-Bewerbung für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 zu werden.

Abstimmung läuft noch bis 18.00 Uhr

Die 178 Abstimmungsstellen schließen um 18.00 Uhr. Mit dem vorläufigen Endergebnis wird gegen 22.00 Uhr gerechnet. 

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet am 26. September, mit welcher Stadt oder Region er in das internationale Rennen zieht. Hamburgs Konkurrenten sind München, die Rhein-Ruhr-Region mit Köln als Zentrum und Berlin.

Ausgang des Referendums gilt als offen

Initiator der Hamburger Bewerbung ist der rot-grüne Senat. Auch die CDU, weite Teile der Wirtschaft und des Sports stehen hinter dem Versuch. Die Linke und die AfD lehnen das Vorhaben ab. Zudem gibt es die Initiative «NOlympia». Auch von Umweltschutzverbänden gibt es Kritik.

Eine eindeutige Tendenz für oder gegen die Olympia-Bewerbung war im Vorfeld des Referendums nicht festzustellen. Vor allem die Initiatoren und Befürworter hatten einigen Aufwand betrieben, um die Bürgerinnen und Bürger zu überzeugen. Zahlreiche Prominente aus Sport, Kultur und Wirtschaft warben für eine Zustimmung. 

Die Olympia-Befürworter wollen ein Déjà-vu unbedingt vermeiden: 2015 scheiterten die Bemühungen um eine Kandidatur für die Spiele 2024 schon einmal am Bürgerwillen. Damals stimmten 51,6 Prozent gegen Sommerspiele an der Elbe, nur 48,4 Prozent dafür. 

Bürgermeister hofft auf 50 plus für Olympia

Diesmal wäre Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) schon mit einem Ergebnis von 50 Prozent plus zufrieden. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bewertet alle Kandidaten mit Hilfe einer Matrix, in die auch die Bürgerbefragungen berücksichtigt werden. 

In der Rhein-Ruhr-Region und in München lag die Zustimmung jeweils bei rund 66 Prozent. Berlin verzichtet aus verfassungsrechtlichen Gründen auf ein Referendum und lässt das Abgeordnetenhaus abstimmen.

Bei dem Bürgerentscheid von Hamburgs Partner Kiel am 19. April stimmten 63,5 Prozent dafür, dass sich die Stadt für künftige Spiele in Deutschland als Segelstandort empfiehlt.

© dpa-infocom, dpa:260531-930-152489/3

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