Paris (dpa) – Seinen Medien-Konsum sollte Jamal Musiala vor seinem emotionalen Wiedersehen mit Paris Saint-Germain besser einschränken. Denn eines mag der Fußball-Nationalspieler nicht mehr sehen: Bilder seiner schweren Beinverletzung. «Die schaue ich mir auf gar keinen Fall mehr an», erzählte der 23-Jährige während seines langen Weges zurück zu früherer Stärke.
Natürlich wird im Vorfeld des großen Champions-League-Halbfinales gegen PSG noch einmal ausführlich an jenes Drama erinnert, das sich am 5. Juli 2025 bei der Club-WM in Atlanta ereignet hatte. Musiala verletzte sich beim 0:2 der Bayern im Viertelfinale gegen Paris schwer bei einem heftigen Zusammenprall mit dem aus seinem Tor stürzenden Schlussmann Gianluigi Donnarumma. Wer die Fernsehbilder des linken Beins gesehen hat, wird sie nie mehr vergessen.
Die unvergesslichen Bilder von Atlanta
Musiala schrie auf dem Rasen liegend vor Schmerzen, Teamkollegen und auch Gegenspieler standen entsetzt um ihn herum. Der Bayern-Profi musste tags darauf in einem Krankflieger heim nach Deutschland gebracht werden. Das gebrochene Wadenbein und das schwer beschädigte Sprunggelenk wurden operiert. Eine monatelange Reha folgte, ebenso kleinere Rückschläge.
Nun schließt sich der Kreis am Dienstag (21.00 Uhr/Prime Video) im Halbfinal-Hinspiel. 297 Tage nach Atlanta trifft Musiala im Prinzenpark wieder auf PSG, allerdings ohne den inzwischen für Manchester City spielenden Donnarumma.
Der Fuß hält, das «Lachen» ist zurück
Und Musiala scheint bereit für diese mentale Prüfung und für neue Magic-Musiala-Momente. Beim irren 4:3 der Bayern in Mainz glänzte er wieder als Joker mit Tor und Torvorlage. «Dieser Jubel, dieses Lachen – wenn ein Offensivspieler das hat, dann ist alles gelöst, dann ist alles in Ordnung», sagte Trainer Vincent Kompany danach. Musiala spüre wieder «diese Freiheit» in seinem Spiel, erklärte der Belgier. Und das im besten Moment, im Triple-Endspurt mit den Bayern – und wenige Wochen vor der WM in Amerika.
Musiala wirkt wieder furchtlos auf dem Platz. Körperlich hat er zugelegt in den vergangenen zehn Monaten. «Ich mache viele Extrasachen, dass sich mein Fuß frisch anfühlt», berichtete er. Angst? «Ich versuche, darüber gar nicht nachzudenken. Von Spiel zu Spiel habe ich mehr Vertrauen in meinen Fuß.»
Kompany hat den Spielmacher, der nach dem Ausfall von Serge Gnabry noch dringender gebraucht wird, vorsichtig herangeführt. «Man kommt nicht aus diesen längeren, harten Verletzungen, ohne dass man diese Adaption braucht. Es geht nicht immer nur bergauf», sagte der Coach: «Wir genießen, was er uns jetzt gibt.» Musiala soll die Bayern ins Champions-League-Endspiel führen.
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