Archivierter Artikel vom 17.03.2015, 16:33 Uhr
München

Wiesn-Attentat: Ströbele fordert Herausgabe von Geheimdienst-Akten

Der Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele will im Zusammenhang mit dem Oktoberfest-Attentat von 1980 die Herausgabe von Geheimdienstakten beantragen. Einen entsprechenden Antrag werde er am Mittwoch im Parlamentarischen Kontrollgremium stellen, kündigte Ströbele am Dienstag an. Das Attentat forderte 13 Menschenleben und ist bis heute nicht zufriedenstellend aufgeklärt.

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Todesopfer des Oktoberfest-Anschlags. Foto: Istvan Bajzat/Archiv – DPA

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Erste Hilfe: Feuerwehr und Festbesucher kümmern sich um einen Verletzten. Foto: Feuerwehr München/Archiv – DPA

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Am Tatort: Ermittler suchen am späten Abend des 26. September 1980 nach Spuren. Foto: Istvan Bajzat/Archiv – DPA

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Mit Tüchern zugedeckte Todesopfer am Tatort des nächtlichen Anschlages auf dem Münchner Oktoberfest. Foto: Istvan Bajzat/Archiv – DPA

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Beim Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 starben 13 Menschen. Foto: Frank Leonhardt/Archiv – DPA

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Mahnmal zum Wiesn-Attentat

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In Ströbeles Antrag sollen das Kanzleramt, der Bundesnachrichtendienst und das Bundesamt für Verfassungsschutz aufgefordert werden, dem Gremium alle in ihren Archiven lagernden Unterlagen zu dem Anschlag sowie zur „Wehrsportgruppe Hoffmann“ herauszugeben. Die Bundesregierung habe im November mitgeteilt, dass in diesen Dienststellen die Unterlagen noch vorlägen.

V-Männer im Visier

Die Grünen wie auch die Linke verlangen seit Monaten Auskunft über eventuelle V-Männer. Die Regierung verweist in Antworten auf entsprechende Anfragen auf Geheimhaltungsinteressen. Unter anderem hatte die Bundesregierung eine Antwort auf die Frage verweigert, ob ein Mann, der möglicherweise Sprengstoff für das Attentat geliefert haben könnte, V-Mann einer Sicherheitsbehörde war.

Bei dem Anschlag waren 13 Menschen getötet worden, darunter der Attentäter Gundolf Köhler, früherer Anhänger der dann verbotenen rechtsextremistischen „Wehrsportgruppe Hoffmann“. Die Ermittler schlossen die Akten damals mit der Feststellung, Köhler habe das Attentat aus persönlichem Frust begangen. Der Generalbundesanwalt hatte im vergangenen Dezember die Ermittlungen wieder aufgenommen. Ein Grund waren Aussagen neuer Zeugen. Sie stärken die von Opfervertretern und vielen Politikern jahrzehntelang verfochtene These von einem rechtsextremen Hintergrund und mehreren Tätern.

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