Archivierter Artikel vom 09.05.2016, 18:55 Uhr

Trauer um Ex-CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep

Frankfurt/Kronberg – Trauer um WaltherLeisler Kiep: Der langjährige CDU-Schatzmeister starb am Montag nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 90 Jahren in Kronberg im Taunus im Kreis der Familie, wie sein Sohn der Deutschen Presse-Agentur sagte. Leisler Kiep galt als eine der Schlüsselfiguren in der CDU-Spendenaffäre um den früheren Bundeskanzler Helmut Kohl.

Lesezeit: 1 Minuten
Trauer um Ex-CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep.
Trauer um Ex-CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep.
Foto: dpa

Leisler Kiep wurde 1926 in Hamburg geboren. 1961 trat er in die CDU ein. Seine politische Karriere begann 1965 als Bundestagsabgeordneter in Bonn. Später ging er in die niedersächsische Landespolitik, war dort Wirtschafts- und Finanzminister. Im Juni 1982 war er bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg CDU-Spitzenkandidat. Seine Partei wurde zwar stärkste Kraft, weil aber die FDP an der Fünfprozenthürde scheiterte, fehlte ein Koalitionspartner und die SPD blieb an der Macht.

Von 1971 bis 1992 war Leisler KiepBundesschatzmeister der Christdemokraten. Im Zuge der CDU-Spendenaffäre um Alt-Bundeskanzler Kohl wurde er von der Staatsanwaltschaft verdächtigt, von dem Waffenhändler Karl-Heinz Schreiber eine Million Mark als Spende erhalten und diese nicht ordnungsgemäß im Rechenschaftsbericht der Partei aufgeführt zu haben. 2004 wurde Leisler Kiep wegen Falschaussage in der Spendenaffäre rechtskräftig verurteilt und erhielt einen Strafbefehl über 40 500 Euro.

Der hessische CDU-Generalsekretär Manfred Pentz würdigte die Verdienste Leisler Kieps. Dessen Leben sei geprägt gewesen vom Einsatz für die Sache der CDU. „Unvergessen sind seine Verdienste um die transatlantische Freundschaft. Walther Leisler Kiepwar fast zwei Jahrzehnte lang Vorsitzender der Atlantik-Brücke“, sagte Pentz. „Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind in diesen Stunden bei seiner Frau und seiner Familie.“ dpa