Archivierter Artikel vom 12.03.2013, 00:00 Uhr
Berlin

Thierse vergleicht Stasi-Zentrale mit Konzentrationslager

Der Chef der Stasi-Behörde, Roland Jahn, schlägt in seinem Tätigkeitsbericht vor, in der alten Zentrale der Staatssicherheit (Stasi) der DDR in Berlin, dauerhaft einen „Campus der Demokratie“ einzurichten. Bundestagsvizepräsident Thierse hält davon jedoch nichts: „Es kam ja auch niemand auf die Idee, ein NS-Konzentrationslager in einen Campus der Demokratie umzuwandeln“, sagte er.

Keine Ewigkeitsgarantie für die Stasi-Behörde: Wolfgang Thierse.
Keine Ewigkeitsgarantie für die Stasi-Behörde: Wolfgang Thierse.
Foto: DPA

Berlin – Der Chef der Stasi-Behörde, Roland Jahn, schlägt in seinem Tätigkeitsbericht vor, in der alten Zentrale der Staatssicherheit (Stasi) der DDR in Berlin, dauerhaft einen „Campus der Demokratie“ einzurichten. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hält davon jedoch nichts: „Es kam ja auch niemand auf die Idee, ein NS-Konzentrationslager in einen Campus der Demokratie umzuwandeln“, sagte er.

Thierse hält den Fortbestand einer zentralen Stasiunterlagenbehörde über das vom Bundestag beschlossene Jahr 2019 hinaus nicht unbedingt für notwendig. „Die Einsicht in Stasi-Akten muss auch nach 2019 gewährleistet sein, aber das muss nicht zwingend in dieser Ausnahme-Institution passieren“, sagte Thierse der Rhein-Zeitung.

Jahn setze sich mit seinem Vorstoß „dem Verdacht aus, eine Ewigkeitsgarantie für seine Behörde schaffen zu wollen“. Thierse forderte stattdessen die Bundesregierung auf, dringend eine Debatte darüber zu führen, was nach 2019 mit der Behörde passieren soll.