Archivierter Artikel vom 04.07.2013, 15:28 Uhr
Moskau

Schöne Spionin twittert: Snowden, willst Du mich heiraten

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Das erfährt jetzt Edward Snowden. Seit fast zwei Wochen Tagen sitzt der gejagte amerikanische Ex-Agent in Moskau fest. Ausgerechnet die russische Ex-Spionin Anna Chapman machte ihm nun einen auf Twitter Heiratsantrag.

Von Doris Heimann

„Snowden, willst du mich heiraten?“, fragte die rothaarige Schönheit den Anerikaner über Twitter.

Twitter
Snowden, will you marry me?!— Anna (@ChapmanAnna) July 3, 2013

Zumindest vom Alter würden Snowden und Chapman gut zusammen passen: Beide sind 31 Jahre alt. Gesprächsstoff hätten sie aufgrund ihrer gemeinsamen Passion fürs Schnüffeln wohl auch genug. Und: Chapman ist seit mehreren Jahren geschieden, in Snowdens Beziehung soll es gerade heftig kriseln.

Doch ein Traumpaar wie aus dem schönsten Spionage-Thriller wird aus den beiden wohl nicht. Denn Anna Chapman machte klar, dass sie es mit ihrem Angebot nicht wirklich ernst gemeint hat. Ein Satireaccount zum Datensammeldienst NSA schaltete sich ein:

Twitter
@ChapmanAnna we can be the witnesses!— NSA (@nsa) July 3, 2013

Sie ging darauf ein: „Kümmert Ihr Euch um die Kinder?“

Twitter
@nsa will you look after our children?— Anna (@ChapmanAnna) July 3, 2013

Rührend:

Twitter
@ChapmanAnna we'll send our finest drones.— NSA (@nsa) July 3, 2013

Den jüngsten Enthüllungen Snowdens ist es zu verdanken, dass die ganze Welt mittlerweile weiß, um was sich die NSA alles so kümmert.

Anna Chapman flog 2010 mit neun weiteren russischen Agenten in den USA. In einem spektakulären Agenten-Austausch wurde sie wieder zurück in ihre Heimat gebracht. Seitdem zählt sie hier zur Glamour-Welt, hatte zeitweise eine eigene Talkshow und ließ sich für ein Männermagazin leicht bekleidet fotografieren. Systemtreu ist sie auch: Die „Agentin Null-Null-Sex“ engagierte sich in der Putin-Jugend. Auch deshalb dürfte es ihr Spaß machen, den in der Falle sitzenden Edward Snowden ein wenig zu ärgern.

Vor ein paar Tagen hatte das schon Präsident Wladimir Putin getan. Er bot Snowden politisches Asyl an – unter einer Bedingung: Snowden müsse mit seinen Enthüllungen aufhören und dürfe den USA nicht weiter schaden. Der Kremlchef wusste genau, dass diese Bedingung für Snowden unannehmbar ist. Prompt zog der Ex-Agent seinen Asylantrag für Russland zurück.

Wann er Moskau verlassen wird und welches Land ihn aufnimmt, ist weiter unklar.