Archivierter Artikel vom 28.10.2013, 15:05 Uhr
Köln/Mainz

„Schluss mit Prostitution“: Prominente unterstützen Emma-Aufruf

Prostitution abschaffen, den Besuch bei Prostituierten vielleicht sogar unter Strafe stellen? Ein entsprechender Appell der „Emma“ ist von zahlreichen Stars unterzeichnet worden. Aus der Politik sind auch die frühere Mainzer CDU-Bundestagsabgeordnete Ute Granold und die Vorsitzende der Frauenunion, Maria Böhmer.

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Die neue "Emma" kommt zum Monatsende – mit einem Aufruf, der für Gesprächsstoff sorgt.
Die neue „Emma“ kommt zum Monatsende – mit einem Aufruf, der für Gesprächsstoff sorgt.

Ein Appell an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Bundestag: Frauenrechtlerin Alice Schwarzer (70) hat mit der „Emma“ einen Aufruf initiiert und dafür vorab viele Mitstreiter gefunden. Ihre Unterstützer fordern eine Änderung des Prostitutionsgesetzes und perspektivisch das Ende der Prostitution. Schluss für das älteste Gewerbe der Welt – unvorstellbar? Der Appell gibt eine Antwort: „Auch die Abschaffung der Sklaverei galt vor gar nicht so langer Zeit noch als Utopie.“ Die Sklaverei sei zwar aus unserer Welt noch nicht völlig verschwunden . Aber es wäre doch „heutzutage für einen aufgeklärten, demokratischen Staat doch undenkbar, die Sklaverei zu tolerieren oder gar zu propagieren“.

In der Branche dürfte der Vorstoß zum großen Teil mit Fassungslosigkeit aufgenommen werden: Vor zwei Wochen hat sich „Berufsverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen“ gegründet – Credo: „Wir sind Menschen, die selbstbestimmt ihren Beruf gewählt haben, wie andere dieses auch tun.“ Sprecherin Undine de Riviere vertritt die Position: „Selbstbestimmte Sexarbeit ist die Regel, nicht die Ausnahme.“ Sie fordert eine Politik, die tatsächlichen Opfern hilft, ohne dem weit überwiegenden Rest von uns Steine in den Weg zu legen!„

Das seit 2002 geltende geänderte Prostitutionsgesetz war gedacht, um die Rechte der Frauen zu stärken und ihnen etwa Zugang zu Rechtswegen und Versicherungen zu ermöglichen. Aus Sicht der Initiatoren des Appells trage es in Wahrheit „die Handschrift der Frauenhändler“. Deutschland sei zur „europäischen Drehscheibe für Frauenhandel und zum Paradies der Sextouristen aus den Nachbarländern“ verkommen, heißt es in dem Aufruf.

Zu den ersten 90 Unterzeichnern gehören die Ex-Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Margot Käßmann, Schauspieler und Künstler wie Senta Berger, Maria Furtwängler, Hannes Jaenicke, Wolfgang Niedecken, Dieter Nuhr, Ranga Yogeshwar und Margarethe von Trotta. Auch Schwester Lea Ackermann, Vorsitzende des in Boppard sitzenden Vereins “Solwodi" zur Unetrstützung ausgebeuteter Frauen, gehört zu den Erstunterzeichnern.