Archivierter Artikel vom 09.05.2019, 10:50 Uhr
Leverkusen

Riskante Rettung – Mann springt in führerlosen Lastwagen auf der A1

Mit einer selbstlosen Aktion hat ein Lastwagenfahrer auf der A1 bei Leverkusen womöglich Schlimmeres verhindert: Der 43-Jährige kletterte während der Fahrt ins Führerhaus eines anderen Lkw, der unkontrolliert über die Fahrbahn geschlingert war. Dessen Fahrer war am Mittwochabend während der Fahrt kollabiert und gestorben

Ein Streifenwagen steht auf der Autobahn 1 vor einem Lastwagen. Mit einer riskanten Rettungsaktion hat ein 43- Jähriger den führerlosen Lastwagen auf der Autobahn gestoppt.
Ein Streifenwagen steht auf der Autobahn 1 vor einem Lastwagen. Mit einer riskanten Rettungsaktion hat ein 43- Jähriger den führerlosen Lastwagen auf der Autobahn gestoppt.
Foto: dpa

Zeugen hatten am Mittwochabend gegen 21 Uhr den offenbar führerlosen Sattelzug auf der A1 zwischen Leverkusen und Remscheid gemeldet. Das Fahrzeug sei bei Wermelskirchen in auffällig langsamem Tempo von der rechten Spur nach links gegen die Mittelleitplanke gefahren. Andere Lkw-Fahrer reagierten geistesgegenwärtig: Sie fuhren nebeneinander hinter das Fahrzeug, um den nachfolgenden Verkehr aufzuhalten.

Ein Lkw-Fahrer und ein Autofahrer stiegen nach Angaben der Polizei aus ihren Fahrzeugen und liefen neben dem nur etwa 15 km/h langsamen 40-Tonner her. Sie versuchten, die Scheibe auf der Beifahrerseite mit einem schweren Stativ einzuschlagen. Als wenig später eine Polizeistreife dazu kam, fuhren die Beamten vor den Lkw und bremsten ihn so weiter aus. Der 43-Jährige Lkw-Fahrer stieg auf die Heckstoßstange des Polizeiwagens und schaffte es von dort, die Scheibe des Lasters mit einem Nothammer einzuschlagen. Er sprang in das Fahrzeug und brachte es zum Stehen.

Für den Fahrer kam die Hilfe zu spät: Reanimationsversuche bei dem 54-Jährigen blieben erfolglos, wie Polizei und Feuerwehr mitteilten. „Der mutige 43-Jährige zog sich beim Einschlagen und dem Griff durch die Scheibe Schnittwunden zu, die vor Ort behandelt wurden“, so die Polizei. Der WDR hatte zuerst über den Vorfall berichtet berichtet. dpa