Archivierter Artikel vom 12.09.2013, 18:29 Uhr
München

Problem-Peer: Kanzlerkandidat zeigt Stinkefinger

Peer Steinbrück hat einem Fotografen in München den „Stinkefinger“ gezeigt. Der Kanzlerkandidat der SPD zeigte die abfällige Geste während eines Interviews mit dem SZ-Magazin.

Lesezeit: 1 Minuten

Foto: Alfred Steffen/SZ-Magazin

In der Interviewform „Sagen Sie jetzt nichts“ geht es darum, ohne Worte und nur mit Gesten auf Fragen zu antworten. Die Reaktionen werden dann als Foto festgehalten. In diesem Fall lautete die Frage: „Pannen-Peer, Problem-Peer, Peerlusconi – um nette Spitznamen müssen Sie sich keine Sorgen machen, oder?“ Anschließend zückte Steinbrück den Mittelfinger.

Umfrage
RZ-Umfrage: Schadet der Stinkefinger Steinbrück?

Für den Titel des SZ Magazins hat sich SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück mit ausgestrecktem Mittelfinger ablichten lassen. Ist das noch klare Kante oder schon unverschämt?

Das kostet ihn die Kanzlerschaft.
19%
183 Stimmen
Lässig, das verhilft ihm zur Kanzlerschaft.
13%
124 Stimmen
Das macht den Pannen-Peer auch nicht mehr fett.
27%
254 Stimmen
Locker bleiben.
37%
348 Stimmen
Effe for Kanzler!
4%
32 Stimmen

Sein Sprecher Rolf Kleine versuchte die Veröffentlichung des Bildes neun Tage vor der Bundestagswahl noch zu verhindern. Steinbrück habe es jedoch selbst freigegeben mit den Worten: „Nein das ist okay so“. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Aufnahme begannen die Diskussionen im Netz: Darf ein künftiger Bundeskanzler so in einem spielerischen Interview reagieren? Und schadet oder nützt ihm die Aufmerksamkeit?

Viele in der SPD und bei den Grünen hatten sich angesichts der betont lockeren Auftritte Steinbrücks beim Wahlduell und bei der Sendung Wahlarena im Fernsehen zuletzt über eine leicht wachsende Zustimmung zu Steinbrück laut Umfragewerten gefreut. Dennoch lagen CDU/CSU und FDP mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in den vergangenen Tagen in der Wälergunst weiter vorn. Merkel hatte mit einer anderen Geste bisher den Wahlkampf geprägt: ihren zur Raute geformten Händen. Die CDU-Wahlkampfstrategen haben daraus in Berlin sogar ein riesiges, 70 mal 20 Meter großes Plakat am Hauptbahnhof gemacht. Von Steinbrücks Geste dürfte das nicht zu erwarten sein. msc

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