Archivierter Artikel vom 12.08.2014, 06:00 Uhr
Berlin

Peter Hintze: CDU-Politiker für ärztliche Sterbehilfe

Bundestagsvizepräsident Peter Hintze (CDU) hat sich für eine ärztliche Unterstützung beim Sterben in schwersten Leidenssituationen ausgesprochen: „Meiner Ansicht nach sollte der ärztlich assistierte Suizid in unerträglichen Situationen am Lebensende ohne jeden Zweifel straffrei sein, wenn der Patient dies wünscht und der Arzt in einer Gewissensentscheidung zu dem Ergebnis kommt, dass er diesem Wunsch nachkommen will“.

Peter Hintze (Archivbild von Dezember 2011)
Peter Hintze (Archivbild von Dezember 2011)
Foto: dpa

Todkranke Menschen könnten sich heute entweder in der Schweiz bei ihrem Vorhaben helfen lassen oder sich, falls sie dafür kein Geld hätten, in Deutschland vor den Zug werfen. „Diese Not verlangt nach einer Antwort“, sagte der ehemalige evangelische Pfarrer dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“.

Eröffnung der Debatte

Damit weicht Hintze von der offiziellen Position der Union ab. CDU und CSU streben ein Sterbehilfeverbot an, das nicht nur Vereine, sondern auch Ärzte und andere Einzelpersonen bei Suizidbeihilfe mit Haftstrafen bedroht. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand sagte der “Welt", das Verbot solle im Strafrecht verankert werden. Der Bundestag will nach der Sommerpause über das Thema debattieren. Weil es sich dabei um eine Frage von Ethik und Moral handelt, wird der Fraktionszwang aufgehoben.