Archivierter Artikel vom 31.01.2014, 14:27 Uhr
Washington/Berlin

„Lauschgift“ verschlechtert die Deutsch-Amerikanische Freundschaft

Die US-Amerikaner sind von Deutschland so begeistert wie lange nicht mehr – aus Sicht der Bundesbürger haben sich aber die Beziehungen beider Länder wegen des NSA-Skandals stark verschlechtert.

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Foto: jo

Nach einer amerikanischen Umfrage geben 59 Prozent der Menschen in den USA an, einen ausgezeichneten oder guten Eindruck von „Germany“ zu haben. Von den Beziehungen beider Länder sagen das aber nur noch 57 Prozent der Deutschen, wie das am Freitag veröffentlichte ZDF-„Politbarometer“ ergab. Im Oktober 2012 – deutlich vor Bekanntwerden des NSA-Spionageskandals – waren es noch 92 Prozent. 40 Prozent halten das Verhältnis inzwischen sogar für schlecht – 2012 waren es nur 5 Prozent.

Dagegen steht die Bundesrepublik in den Vereinigten Staaten so hoch im Kurs wie seit zehn Jahren nicht mehr. Bei einer Mehrheit der Amerikaner gilt Deutschland einer Befragung der Agentur Frank N. Magid Associates zufolge als moderne, fortschrittliche Führungsmacht und wichtigster Partner der USA nach Großbritannien und Kanada. Die deutsche Botschaft stellte die Umfrage vom November am Donnerstag in Washington vor.

Umfrage
Deutsch-Amerikanische Freundschaft

Mögen Sie die USA seit der NSA-Abhöraffäre weniger als vorher?

Ganz und gar nicht, im Gegenteil!
2%
6 Stimmen
Nein, das Ansehen ist unverändert gut
20%
62 Stimmen
Nein, das Ansehen ist unverändert schlecht
35%
110 Stimmen
Ja, das nehme ich den USA übel!
43%
138 Stimmen

Amerikaner wissen um ihr Abhörproblem

Die Amerikaner glauben aber auch, dass sie unter Deutschen kein so gutes Ansehen haben, wie der Mitautor der Studie, Andrew Hare, sagte. Darauf deuten auch die Zahlen des „Politbarometers“ hin. So zweifeln 94 Prozent der Ende Januar repräsentativ Befragten daran, dass US-Präsident Barack Obama wie angekündigt auf das Abhören eng verbündeter Regierungschefs verzichten wird.

Direkt vergleichbar sind die Zahlen wegen des unterschiedlichen Fokusses beider Umfragen nicht: Die US-Studie bezog sich vor allem auf das Deutschlandbild der amerikanischen Bürger. Die Deutschen wurden zu ihrer Einschätzung des politischen Verhältnisses beider Länder befragt.

dpa