Archivierter Artikel vom 24.04.2013, 17:59 Uhr
Aleppo

Krieg in Syrien: Berühmtes Minarett aus dem 12. Jahrhundert in Aleppo zerstörta

Erneut ist ein wichtiges historisches Gebäude im syrischen Bürgerkrieg massiv beschädigt worden. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana und Oppositionsaktivisten am Mittwoch übereinstimmend berichteten, stürzte das Minarett der Großen Moschee in Aleppo ein. Auf Videoaufnahmen ist ein Knall zu hören.

Regierung und Rebellen gaben sich gegenseitig die Schuld dafür. Die im Jahr 715 errichtete Omajjaden-Moschee in Aleppo war bereits zuvor bei Kämpfen beschädigt worden. Seit Juli letzten Jahres war das Gotteshaus in Aleppos Altstadt Kampfstätte zwischen Regierungstruppen und der bewaffneten Opposition gegen Präsident Baschar al Assad. Im Februar wechselte die Moschee, die inzwischen voller Einschusslöcher und teils ausgebrannt ist, zum dritten Mal in die Hände der Rebellen, die seither die Kontrolle über den imposanten Gebäudekomplex aus dem 12. Jahrhundert haben. Das 45 Meter hohe Minarett war der älteste Teil der Moschee.

Aleppos gesamte Altstadt steht unter Denkmalschutz. Die alten Gebäude haben in dem inzwischen über zwei Jahre währenden Bürgerkrieg schwer gelitten. Im Oktober 2012 brannte der berühmte alte Basar der Stadt, Suk al-Madina, aus.

In dem Konflikt in Syriensind nach Angaben der Vereinten Nationen bislang über 70.000 Menschen getötet worden. Mehr als eine Million Syrer sind aus ihre Heimat geflohen.

Auf dieser Seite gibt es eine virtuelle Tour durch die unzerstörte Moschee.