Archivierter Artikel vom 11.12.2013, 12:44 Uhr
Bad Homburg

Kran stürzt auf Aldi-Markt: Kundin wird erschlagen

Und plötzlich stürzte nebenan ein Krahn aufs Gebäude. Eine 46-jährige Frau, die gerade an der Kasse stand, ist bei einem Unglück im hessischen Bad Homburg ums Leben gekommen. Fünf weitere Menschen wurden verletzt.

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Großes Aufgebot an Rettungskräften nachdem ein Kran in Bad Homburg auf einen Aldi-Markt gestürzt ist. Das Foto hat Twitterer @FreXxX gemacht.

Teilweise eingestürzt: Das Dach eines Aldi-Marktes, nachdem ein Kran hineingestürzt war. Foto: dpa

Teilweise eingestürzt: Das Dach eines Aldi-Marktes, nachdem ein Kran hineingestürzt war. Foto: dpa

Teilweise eingestürzt: Das Dach eines Aldi-Marktes, nachdem ein Kran hineingestürzt war. Foto: dpa

Beim Sturz eines Baukrans auf einen belebten Supermarkt in Bad Homburg im Taunus ist mindestens ein Mensch getötet worden. Es handle es sich um eine 46-jährige Frau, die wahrscheinlich an der Kasse stand, teilte die Polizei am Nachmittag mit. Fünf weitere Menschen wurden bei dem Unglück in der Mittagszeit verletzt, zwei von ihnen schwer, wie Polizeisprecher Siegfried Schlott sagte. Sie wurden mit Rettungshubschraubern in ein Krankenhaus gebracht. Einer der Schwerverletzten war der Kranführer, der aus der Kanzel in die Tiefe stürzte und vor dem Gebäude geborgen wurde. Die Identität der anderen Opfer war zunächst nicht bekannt.

Ob unter dem eingestürzten Dach der Aldi-Filiale und dem umgestürzten Kran noch mehr Tote und Verletzte lagen, war auch am Nachmittag noch unklar. Es sei aber unwahrscheinlich, sagte der Polizeisprecher. Die Feuerwehr war zunächst von mehreren Verschütteten ausgegangen. 30 bis 40 Kunden und etwa sieben Angestellte sollen sich nach ersten Ermittlungen zum Unglückszeitpunkt in dem Discounter aufgehalten haben.

Weshalb der Baukran vom Grundstück nebenan gegen 11.30 Uhr umstürzte und Teile des Dachs einriss, war zunächst völlig unklar. Der Auflieger des etwa 30 bis 50 Meter hohen Turmdrehkrans fiel auf den Kassenbereich des Marktes. Dort soll sich auch der Tote befinden. Weil das flache Gebäude teilweise eingestürzt und an anderen Stellen akut einsturzgefährdet war, konnte der Tote zunächst weder identifiziert noch geborgen werden.

Die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk sicherten den umgestürzten Kran etwa drei Stunden nach dem Unfall mit einem eigenen Kran und stützen Teile des Gebäudes so ab, dass nichts mehr abrutschen konnte, wie Feuerwehrsprecher Stefan Sauer sagte. Anschließend suchten Rettungskräfte den Markt nach Verletzten ab. Auch wurde ein Spezialfahrzeug angefordert, das den umgestürzten Kran anheben sollte. Dann könne geprüft werden, ob darunter noch Verschüttete liegen. „Der Einsatz kann noch bis zu zehn Stunden dauern“, sagte Sauer am Nachmittag. Damit wäre er erst am frühen Donnerstagmorgen beendet.

Außer 90 Kräften von Feuerwehr und Technischem Hilfsdienst waren noch 40 Rettungskräfte im Einsatz. Zehn andere betreuten die geschockten Zeugen und Mitarbeiter.

Kriminalpolizei und Bauaufsicht ermittelten vor Ort. Die Höhe des Sachschadens war zunächst unklar. Die Supermarkt-Kette Aldi Süd sprach Opfern und Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Die Unternehmensgruppe sei „tief betroffen über den tragischen Unfall“, teilte ein Aldi-Sprecher mit. Der Kran-Verleiher BBL Cranes, die Baufirma und der Projektentwickler des Bürohauses, das auf dem Grundstück neben Aldi gebaut wird, wollten sich dagegen zunächst nicht äußern.