Archivierter Artikel vom 20.02.2014, 16:35 Uhr

KOMMENTAR: Was geht ab, Herr Zuckerberg?

Es ist ein nettes Wortspiel hinter dem Namen von „WhatsApp“: what's up: was ist los, was geht ab? Das kann man jetzt Mark Zuckerberg fragen, Facebook-Chef und -Gründer. Warum gibt er 19 Milliarden Dollar für WhatsApp aus?

Jochen Magnus
Jochen Magnus
Foto: Jens Weber

Jochen Magnus zur WhatsApp-Übernahme durch Facebook

Bestimmt nicht, weil dessen Technik besonders raffiniert wäre. Sondern weil WhatsApp 450 Millionen Nutzer hat (und ihre Telefonnummern). Dabei geht es zunächst mal nicht um deren Geld: Sie zahlen 1 Dollar für die Nutzung des Dienstes – im Jahr. Mark Zuckerberg lässt sich jeden Nutzer 42 Dollar kosten, seine Investition wäre also frühestens in 42 Jahren bezahlt.

Facebook soll das nächste Facebook werden

Die Antwort lautet: Facebook soll das nächste Facebook werden, also Nummer 1 bleiben. Dazu muss es mit der Zeit gehen. Sein Gründer weiß als „Digital Native“ (Interneteingeborener) genau: Was heute top ist, kann morgen schon floppen: MySpace, Studi- oder SchuelerVZ lassen grüßen, immer weniger kennen „Wer-kennt-wen“.

Heute ist mobil angesagt. Überall sieht man die „Smartphone-Zombies“, die, scheinbar unbeeinflusst von äußeren Reizen, auf ihre kleinen Bildschirme schauen und tippen. Die meisten von ihnen dürften WhatsApp benutzen, um ein paar Worte oder Bilder mit ihren Freunden zu teilen. 30 (von 80) Millionen sollen es in Deutschland schon sein.

Bei den Programmen („Apps“) für die mobilen Geräten ist ein klarer Trend zu erkennen: Je spezieller die App einem Zweck dient und je einfacher sie zu bedienen ist, umso erfolgreicher wird sie. Schon eine Registrierung empfinden viele Nutzer als zu umständlich, Alleskönner-Apps mit vielen Optionen und Bedienfeldern sind nicht mehr angesagt.

Keep it simple

„Halte es einfach“ – unter diesem Motto führte Steve Jobs schon Apple zum Welterfolg. Er wusste aber auch, dass man dafür oft härter arbeiten muss, als für die (leider) kompliziertere Normallösung. Mark Zuckerberg und sein Facebook sind so reich, dass sie sich das „Einfach“ einfach dazukaufen können. Irgendwie wird es sich schon bezahlt machen, spätestens irgendwann am Geldmagneten Börse. Und wenn dann eines Morgens ein Nerd mit der Idee des „next big thing“ aufwacht und das Netz bewegt: Es ist ja noch Geld in der Portokasse.

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