Archivierter Artikel vom 07.05.2019, 19:24 Uhr

Kommentar: Gibt es auch konstruktive Beiträge?

Die Kritik an Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD) nimmt kein Ende. Hochschulpräsidenten und Studentenvertreter dreschen munter auf den angezählten Pfälzer ein. Konstruktive Vorschläge liefert allerdings keiner. Die Akademiker malen den eigenen Untergang in bunten Farben und ergötzen sich an dieser vermeintlichen johannitischen Offenbarung. Doch wo bleiben die Lösungsansätze?

Carsten Zillmann
Carsten Zillmann
Foto: Jens Weber

Carsten Zillmann zur Kritik an Minister Wolf und der Rolle der Unis

Kernelement der Hochschulreform ist die Trennung der Universität Koblenz-Landau mit eigenständigem Standort Koblenz und der Fusion von Landau mit der TU Kaiserslautern. Das steht schon seit Monaten fest und wird von fast allen Akteuren begrüßt. Dass Wolf bei der Kommunikation innerhalb der Hochschulgemeinschaft kläglich gescheitert ist, ist seitdem ebenfalls klar. In Gesprächsrunden sollen die Probleme gelöst werden. Inwieweit dabei die permanenten öffentlichen Äußerungen zu jenen bestens bekannten Baustellen (etwa Verwaltungsausgliederungen) hilfreich sind, bleibt das Geheimnis der Akteure. Ein Konzept, wie der Standort Koblenz etwa enger mit der lokalen Wirtschaft vernetzt werden soll, ist nicht einmal schemenhaft bekannt – schon gar nicht öffentlich.

Es spricht allerdings auch für das miserable Standing des Ministers. So kommunizierte auch Dr. Georg Krausch, Präsident der Universität Mainz, munter an Wolf vorbei, dass er gern mehr Geld vom Land bekommen würde. Das wäre bei dessen Vorvorgängerin Doris Ahnen (SPD) undenkbar gewesen. Der Minister muss endlich politisches Gewicht zu- und die Hochschullandschaft ihre Larmoyanz ablegen.