Archivierter Artikel vom 26.07.2019, 23:17 Uhr

Kommentar: Die Zukunft der Kunstrasenplätze

Auch der DFB kann seinen Amateuren helfen, findet unser Redakteur Carsten Zillmann in seinem Kommentar.

Carsten Zillmann
Carsten Zillmann
Foto: Jens Weber

Die EU-Kommission könnte Gummigranulat, das auf den meisten Kunstrasensportplätzen unbedingt gebraucht wird, verbieten. Obwohl es noch keine endgültige Entscheidung gibt, sind viele Vereinsvertreter in Aufruhr. Nicht zu Unrecht: Speziell im städtischen Bereich sind die Anlagen essenziell. Fest steht schon jetzt: Muss das Granulat ersetzt werden, können das die Vereine und Kommunen nicht stemmen. Die EU muss dann ein Förderprogramm auflegen – und auch der Deutsche Fußball-Bund sollte seine Amateure unterstützen.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich die Union für den Umweltschutz und gegen das Granulat entscheiden wird. Dann müsste sie allerdings auch die Kosten ihrer Entscheidung abfedern. Bund und Länder werden das kaum leisten können. Sie waren lange in einem Investitionshochlauf. Und selbst in dieser Zeit haben Sportanlagen nicht unbedingt über Gebühr profitiert. Jetzt kommt eine Konjunkturflaute. Soll es da besser werden?

Einspringen könnte auch der DFB. Er ist der reichste Fußballverband der Welt. Der Verband hat ein Barvermögen von mehr als 200 Millionen Euro – Wertpapiere und Gewinne von Tochtergesellschaften nicht mitgerechnet. „Die Mannschaft“ spielt Millionen über Werbung ein. Der Sinn davon ist nicht, Multimillionäre noch reicher zu machen oder Funktionäre „dagobertesk“ im Geldspeicher baden zu lassen. Damit kann man auch den Amateuren – die sowieso oft genug hinten runterfallen – helfen.

E-Mail: carsten.zillmann@rhein-zeitung.net