Archivierter Artikel vom 01.12.2014, 21:16 Uhr

Kommentar 2: Burka-Verbot wäre ein Signal

Muslimische Verbände halten es für „rückwärtsgewandt“, wenn Deutschland das Tragen der Burka in der Öffentlichkeit verbieten würde. Unser stellvertretender Chefredakteur Manfred Ruch kommentiert.

Manfred Ruch, stellvertretender Chefredakteur der Rhein-Zeitung
Foto: Jens Weber
Manfred Ruch, stellvertretender Chefredakteur der Rhein-Zeitung
Foto: Jens Weber

Verbieten wäre ein Signal

Es gibt kaum ein Symbol der Unfreiheit, das so offensichtlich ist wie die islamische Vollverschleierung der Frau. Die Burka verunsichert die Menschen in Europa, die den Blick ins offene Antlitz ihres Gegenübers als Grundlage für eine offene Gesellschaft ansehen. Das Tragen der Burka hat auch nichts zu tun mit Religionsfreiheit, sondern ist ein politisches Signal für den extremen Islamismus, der von immer mehr Menschen als Bedrohung unserer Gesellschaft empfunden wird. Deswegen ist Julia Klöckners Forderung nach einem Verbot der öffentlichen Vollverschleierung absolut nachvollziehbar. Andere Länder machen es schließlich vor.

Die Reaktionen von muslimischen Verbänden indes sind seltsam. Aus ihrer Sicht ist es „rückwärtsgewandt“, wenn Deutschland das Tragen der Burka in der Öffentlichkeit verbieten würde, heißt es. Wie paradox! Ist nicht die Burka rückwärtsgewandt? Ist es nicht rückwärtsgewandt, wenn Frauen in einer modernen Gesellschaft unter den Vollschleier gezwängt werden? Oder will jetzt jemand behaupten, dass dies meist freiwillig geschieht? Nein, die Burka steht für das, was Klöckner zu Recht ein „abwertendes Frauenbild“ nennt.

Es ist schade, dass muslimische Verbände sich derart schützend vor die Burka stellen. Zu fordern, man solle in Deutschland mehr auf Bildung statt auf Restriktionen setzen, erscheint zudem angesichts des Zulaufs bei den Islamisten fast naiv. Und: Jede Burka im öffentlichen Raum schürt Vorurteile, die am Ende zu Unrecht alle Muslime treffen.

E-Mail an: manfred.ruch@rhein-zeitung.net