Archivierter Artikel vom 31.10.2013, 15:44 Uhr
Viersen

Kinder quälen Kaninchen – Mutter postet Video auf Facebook

Eine Mutter entdeckt auf dem Handy ihres Sohnes ein Video von grausamer Tierquälerei – und ihr fällt nichts Besseres ein, als den Film zu posten, um die beiden Kinder anzuprangern. Als die Polizei zum Elternhaus des Tierquälers kommt, haben sich dort bereits aufgebrachte Menschen versammelt.

Ein Ausschnitt aus dem erschütternden Video: Der 15-Jährige spielt Fußball mit dem Kaninchen.
Ein Ausschnitt aus dem erschütternden Video: Der 15-Jährige spielt Fußball mit dem Kaninchen.

Wer auf Facebook das erschütternde Video sieht, wie ein Junge ein Kaninchen an den Ohren durch die Luft schleudert, gegen die Wand wirft, boxt und dagegen tritt, sollte wissen: Der Fall ist geklärt. Das Video allerdings macht noch immer die Runde und wird empört geteilt. Das Irre: Ins Netz gestellt hat das Video die Mutter eines Jungen, der das Video geschickt bekommen hatte. Ein Zwölfjähriger kann sich darauf nicht halten vor Lachen, als er seinen 15-jährigen Freund filmt. Das Video verschickte er dann an andere Schüler. Und da sah es eine Mutter.

So brutal seien zwei Kinder aus Viersen, schrieb sie zu dem Film, den sie am Mittwoch bei Facebook hochlud. Bei der Polizei war man fassunglos: „Besser und straflos wäre es gewesen, sie wäre mit ihrem Wissen und dem Video direkt zur Polizei gegangen und hätte der Kripo und nicht der Facebookgemeinde die Identifizierung des Tatverdächtigen überlassen.“

Die Mutter wird sich wegen Verdachts der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen verantworten müssen. Die Ermittler wollen sogar prüfen, ob auch gegen die ermittelt wird, die das Video gepostet oder geteilt haben. „Je nach Einzelfall kann man sich dadurch einer strafrechtlichen Verfolgung aussetzen.“

Auf die Spur des Täters kam die Polizei, weil sich das Video so rasant verbreitete und sich schnell Zeugen dort gemeldet und den 15-Jährigen identifiziert hatten. Eine couragierte Bekannte der Familie war noch weitergegangen: Sie verständigte Polizei und Veterinäramt. Kripo und Veterinäramt standen dann bei der Familie vor der Tür – und waren nicht alleine. Dort hatten sich bereits aufgebrachte Menschen versammelt.

Die Mutter des 15-Jährigen brachte das Kind dann zur Sicherheit aus der Stadt in eine pädagogische Einrichtung. Dort wird der Junge betreut.

Gegen ihn wird nun wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Er ist bei der Polizei bereits bekannt.