Archivierter Artikel vom 18.01.2014, 07:00 Uhr

Impfstoff für Kleinkinder wird knapp

Berlin. Eltern, die ihre Kleinkinder zum zweiten Mal gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) impfen wollen, müssen sich darauf einstellen, dass Ärzte die Impfung vorerst ins Frühjahr verschieben werden. Hintergrund ist ein Lieferengpass beim britischen Hersteller GlaxoSmithKline.

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Von unserem Redakteur Christian Kunst

Konkret hat der Pharmakonzern Herstellungsprobleme bei Varizellen-Impfstoffen, die Kleinkinder gegen Windpocken schützen. Darauf weisen Robert-Koch Institut (RKI) und Paul-Ehrlich-Institut sowie die Ständige Impfkommission (Stiko) hin. Die Stiko empfiehlt Eltern, ihre Kleinkinder das erste Mal zwischen dem 1. und 14. Monat, das zweite Mal zwischen dem 15. und 23. Monat gegen MMR zu impfen. Seit einiger Zeit wird die MMR-Impfung mit dem Schutz gegen Windpocken kombiniert. Sowohl für den Einzel- als auch für den MMR-Kombinationsimpfstoff gegen Windpocken hat GlaxoSmithKline jetzt die Produktion gestoppt.

Erst „im Verlauf des zweiten Quartals“ kann Glaxo vermutlich wieder Impfstoff liefern, heißt es seitens des Paul-Ehrlich-Instituts. Und: Da der britische Konzern einen „relativ hohen Anteil“ bei der Impfstoffversorgung in diesem Bereich hat, geht das Institut davon aus, dass Alternativprodukte von anderen Firmen „nicht den Bedarf in der Bevölkerung abdecken und die Lieferunfähigkeit der Firma GSK nicht vollständig kompensieren können“.

Daher empfehlen beide Institute sowie Stiko den Ärzten, „die erste MMR-Impfung in jedem Fall durchzuführen“. Solange der Windpocken-Impfstoff noch vorhanden ist, sollten die Ärzte diesen ebenfalls verabreichen. Auf keinen Fall sollten sie die MMR-Impfung jedoch verschieben, heißt es in der Empfehlung. Anders sehen die Experten dies bei der zweiten Impfung ab dem 15. Lebensmonat: Diese „sollte verschoben werden, bis die Verfügbarkeit von MMRV-Impfstoffen wieder hergestellt ist, und möglichst zeitnah nachgeholt werden“.

Beide Institute halten die Lage derzeit noch für unproblematisch. Vielmehr wollen sie nach eigenen Angaben durch die Empfehlung vielmehr frühzeitig gegensteuern. Außerdem arbeite der britische Hersteller „mit Hochdruck daran, die Fehler bei der Produktion des Impfstoffes bis zum zweiten Quartal zu beheben“.