Archivierter Artikel vom 05.03.2016, 11:46 Uhr
Montabaur/Düsseldorf

Flugschule der Lufthansa im Visier: Hinterbliebene klagen nach Germanwings-Absturz in USA

Die millionenschwere Zivilklage von Hinterbliebenen des Germanwings-Absturzes wird sich gegen die Flugschule der Lufthansa in Arizona (USA) richten. Das hat der Mönchengladbacher Rechtsanwalt Christof Wellens, der einen großen Teil der Betroffenen vertritt, auf Anfrage mitgeteilt. Die US-Kanzlei, die mit der Klage beauftragt sei, werde diese voraussichtlich noch vor dem Jahrestag des Absturzes in diesem Monat bei einem Gericht in Phoenix, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Arizona, einreichen.

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Ein Mann fotografiert bei Le Vernet das Absturzgebiet.
Ein Mann fotografiert bei Le Vernet das Absturzgebiet.

In Goodyear nahe Phoenix sitzt die Flugschule für die angehenden Lufthansa-Piloten. Dort sei auch Co-Pilot Andreas L. ausgebildet worden, der den Ermittlern zufolge die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht hat. „L. hat seine Pilotenausbildung 2009 wegen psychischer Probleme unterbrochen. Aus unserer Sicht hätte er danach keine Fluglizenz bekommen dürfen“, sagte Wellens. L. stammte aus Montabaur im Westerwald.

In den USA könnten pro Absturzopfer bis zu 5 Millionen Dollar geltend gemacht werden. Die Ansprüche müssten aber individuell begründet und errechnet werden, sagte Wellens. Es gehe um Schmerzensgeld, wirtschaftliche Verluste, Unterhaltsansprüche, Kosten für die Reisen zu den Gräbern sowie die Kosten für die psychologische Betreuung. Eine Gesamthöhe der Ansprüche nannte Wellens nicht.

Am 24. März 2016 jährt sich die Germanwings-Katastrophe zum ersten Mal. Vielerorts finden Trauerfeiern statt, Angehörige reisen zum Absturzort in die französischen Alpen.

dpa

Ein Stehle mit der Aufschrift “In Erinnerung an die Opfer des Flugzeugunglücks vom 24. März 2015" in vier Sprachen steht bei Le Vernet (Frankreich) nahe des Gebiets des Col de Mariaud, in dem am 24.03.2015 der Germanwings Flug 4U9525 verunglückte.

dpa

Angehörige haben Kerzen aufgestellt und Blumen niedergelegt.

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Ein Kreuz eines alten Grabes ist am 25.02.2016 auf dem Friedhof in Le Vernet (Frankreich) zu sehen. Im hinteren Teil befindet sich die Gemeinschaftsgrabstelle für die Opfer des Absturzes vom Germanwingsflug.

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Ein Hinweisschild weist den Weg zum Gedenkplatz.

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Der Weg zum Gebiet des Col de Mariaud, in dem am 24.03.2015 der Germanwings Flug 4U9525 verunglückte.

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Rund um die Absturzstelle gibt es Wanderwege. Am 24. März 2016 werden sich auch viele Angehörige auf den Weg hierher machen. Sie wollen ihren Liebsten so nah wie möglich sein...

dpa

Rund um die Absturzstelle gibt es Wanderwege. Am 24. März 2016 werden sich auch viele Angehörige auf den Weg hierher machen. Sie wollen ihren Liebsten so nah wie möglich sein...

dpa

Mit einem Zaun ist die Unglücksstelle abgeriegelt.

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Ein Holzkreuz, Blume und Kerzen von Angehörigen am Metallzaun nahe des Gebiets des Col de Mariaud, in dem am 24.03.2015 der Germanwings Flug 4U9525 verunglückte.

dpa

Ein Holzkreuz, Blume und Kerzen von Angehörigen am Metallzaun nahe des Gebiets des Col de Mariaud, in dem am 24.03.2015 der Germanwings Flug 4U9525 verunglückte.

dpa

Ein Holzkreuz, Blume und Kerzen von Angehörigen am Metallzaun nahe des Gebiets des Col de Mariaud, in dem am 24.03.2015 der Germanwings Flug 4U9525 verunglückte.

dpa

Ein Holzkreuz, Blume und Kerzen von Angehörigen am Metallzaun nahe des Gebiets des Col de Mariaud, in dem am 24.03.2015 der Germanwings Flug 4U9525 verunglückte.

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Ein Mann fotografiert bei Le Vernet das Absturzgebiet.

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Das Absturzgebiet in den französischen Alpen.

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Trauerflor am Ortsschild von Haltern am See. 16 Schüler vom Joseph-Koenig-Gymnasium in Halter starben bei der Katastrophe, sie waren zum Schüleraustausch in Spanien.

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Gedenkstätte für die verstorbenen Schüler vom Gymnasium in Haltern am See.

dpa

Gedenkstätte für die verstorbenen Schüler vom Gymnasium in Haltern am See.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel legt vor der Gedenkstätte an der Schule Blumen nieder.

dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel legt vor der Gedenkstätte an der Schule Blumen nieder.

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Mit Kerzen und Tafeln gedenken Schüler ihrer toten Freunde.

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Eine weitere Gedenkstätte in Haltern am See für die Opfer des Germanwings-Flugzeugabsturzes in Südfrankreich.

dpa

Diese Gedenkstätte für die Opfer des Flugzeugabsturzes steht in Prads-Haute-Bléone in der Nähe der Unglücksstelle. Sie besteht aus 149 Stahlstäben, die im Wind aneinander schlagen und weithin zu hören sind...

dpa

Diese Gedenkstätte für die Opfer des Flugzeugabsturzes steht in Prads-Haute-Bléone in der Nähe der Unglücksstelle. Sie besteht aus 149 Stahlstäben, die im Wind aneinander schlagen und weithin zu hören sind...

dpa

Diese Gedenkstätte für die Opfer des Flugzeugabsturzes steht in Prads-Haute-Bléone in der Nähe der Unglücksstelle. Sie besteht aus 149 Stahlstäben, die im Wind aneinander schlagen und weithin zu hören sind...

dpa

Diese Gedenkstätte für die Opfer des Flugzeugabsturzes steht in Prads-Haute-Bléone in der Nähe der Unglücksstelle. Sie besteht aus 149 Stahlstäben, die im Wind aneinander schlagen und weithin zu hören sind...

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Eine Gedenktafel erinnert vor der Zentrale der Fluggesellschaft Germanwings in Köln auch an die verstorbene Crew.

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Die Lufthansa-Tochter wies die Ankündigung des Anwalts zurück. „Germanwings wird keine Verhandlungen mit US-amerikanischen Anwälten führen, da weder amerikanisches Recht Anwendung findet noch sich ein Gerichtsstand in den USA begründen lässt“, hieß es in einer Stellungnahme. Die Anwälte der Angehörigen hatten der Lufthansa mehrfach mit einer Zivilklage in den USA gedroht, wo deutlich höhere Ansprüche geltend gemacht werden könnten. Über die juristische Konstruktion war aber bislang Stillschweigen bewahrt worden.

Wellens und der Berliner Rechtsanwalt Elmar Giemulla vertreten Angehörige von Opfern des Unglücks vom 24. März 2015. Entschädigungsangebote des Germanwings-Mutterkonzerns Lufthansa hatten sie als zu niedrig abgelehnt. In den USA sei teilweise mit dem 20- oder 30-fachen Entschädigungsbetrag des deutschen Schadensersatzrechts zu rechnen. Für jedes Opfer war nach Angaben von Germanwings eine Soforthilfe von 50 000 Euro gezahlt worden. Dazu sollen 25 000 Schmerzensgeld für jeden Toten gezahlt werden. Nächste Angehörige sollten ohne weitere Prüfung 10 000 Euro bekommen. Dies lehnten die Anwälte als zu niedrig ab.