Archivierter Artikel vom 18.06.2016, 13:32 Uhr

Einwurf: Neue Typen braucht das Euroland

Show können die „Amis“ besser als alle anderen. Wenn diese Kunst auf Können trifft, ist es besonders eindrucksvoll: Präsident Obama, der mit Sprechgesang das Publikum vom Hocker reißt oder Firmenboss Elon Musk, der nicht nur das erste anständige Elektroauto der Welt baut, sondern in seiner Fabrik schläft, um die Produktion anzukurbeln und im Zweitjob Menschen zum Mars schicken will.

Jochen Magnus kommentiert.
Jochen Magnus kommentiert.

Jochen Magnus zu Raumfahrt-Visionär Elon Musk

Inszenieren kann er auch: Nachdem vor einigen Tagen seine „Falcon 9“-Rakete erfolgreich zwei Satelliten im All aussetzt hatte, schlug das Experiment, die Startstufe heil landen zu lassen, fehl. Ärgerlich nach vier erfolgreichen Versuchen in Folge. Dennoch kommentierte Musk in Twitter ganz cool: „Rocket had a RUD = Rapid Unscheduled Disassembly :)“. Also eine schnelle, ungeplante Demontage.

Musk begeistert Massen, weil er persönliche Risiken eingeht, dabei fast gescheitert wäre, weitermacht, Kreativität und Weitblick verkörpert. Er ist das glatte Gegenteil eines Technokraten, von denen wir in Europa zuviele haben. Ob Visionäre wie Musk, eben jene „Figuren für die großen Entwürfe“, die Ulf Merbold vermisst, aber bei uns eine Chance hätten?

P.S.: Natürlich ist schon ein Update unterwegs, dass beim nächsten Mal den Schub der landenden Stufe besser regulieren soll …

Twitter

Upgrades underway to enable rocket to compensate for a thrust shortfall on one of the three landing engines. Probably get there end of year.

— Elon Musk (@elonmusk) 15. Juni 2016