Archivierter Artikel vom 07.11.2012, 09:49 Uhr
Berlin/Mainz

Bundesweit fehlen 220.000 Kita-Plätze – RLP sieht sich gut aufgestellt

Von August 2013 an haben Eltern einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kita-Platz für ihre unter dreijährigen Kinder. Viele – vor allem westdeutsche – Städte und Gemeinden werden es aber nicht schaffen, genug Plätze anzubieten: Es gibt weit weniger Krippenplätze als bisher angenommen.

Laut neuen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes fehlen bundesweit noch 220 000 Plätze. Bislang waren Experten aufgrund der Ländermeldungen von rund 130 000 noch fehlenden Kita-Plätzen ausgegangen. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) nannte die neuen Zahlen „ernüchternd“. Eine Verschiebung des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz lehnte sie strikt ab. „Am Rechtsanspruch wird nicht gerüttelt“, sagte sie.

Zum Erhebungsstichtag am 1. März 2012 gab es laut Statistik für 27,6 Prozent der unter Dreijährigen ein staatlich gefördertes Angebot – entweder in einer Krippe oder bei einer Tagesmutter. Bund und Länder hatten sich für 2013 auf eine Quote von 35 Prozent geeinigt. Tatsächlich benötigt werden nach neuen Bedarfsprognosen Angebote für 39 Prozent der Kinder dieser Altersgruppe.

Der Deutsche Städtebund geht nach einer Umfrage sogar davon aus, dass in Großstädten 60 Prozent der Eltern einen Betreuungsplatz für ihre kleinen Kinder brauchen. Insgesamt betrifft die Not beim Ausbau der Betreuungsplätze nur alte Bundesländer. Ausnahmen sind Hamburg – und Rheinland-Pfalz. Im März belegte das Land mit einer Versorgungsquote von 27 Prozent den Spitzenplatz unter den westdeutschen Flächenländern. Im August sei eine Quote von 33 Prozent erreicht gewesen, teilte Familienministerin Irene Alt (Grüne) mit: „Die vereinbarte Quote von 35 Prozent zum 1. August 2013 wird Rheinland-Pfalz aller Voraussicht nach erreichen“, versicherte sie.