Archivierter Artikel vom 21.08.2013, 16:13 Uhr

Bradley Manning soll 35 Jahre in Haft

Washington. Whistleblower Bradley Manning soll 35 Jahre ins Gefängnis. Das berichten übereinstimmend der russische Sender RT und Unterstützer von Manning.

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Bradley Manning
Die Höchststrafe für Bradley Manning (r) hätte bei 90 Jahren Haft gelegen.
Foto: Pete Marovich/Archiv – DPA

Militärrichterin Denise Lind hat die Strafe am Mittwoch verkündet. Die mit Spannung erwartete Verkündung hatte sich aus unbekannten Gründen verzögert. Manning war Ende Juli wegen Vorwürfen wie Spionage und Diebstahl schuldig gesprochen worden. Er hatte rund 700.000 vertrauliche Dokumente an WikiLeaks weitergegeben.

Nach einer 13-tägigen Anhörung hatte die Anklage 60 Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung plädierte auf höchstens 25 Jahre. Zuvor hatte das Gericht Manning im schwersten Anklagepunkt, der Unterstützung des Feindes, für nicht schuldig erklärt. Manning hatte einige Anklagepunkte eingeräumt.

Der Anwalt und aus Protest zurückgetretene frühere Guantanamo-Chefankläger Morris Davis glaubt, dass Manning nun in acht bis neun Jahren frei kommen werde. Das twitterte er. Er lobte die Arbeit des Verteidigers und die Richterin für das faire Urteil.

Unterstützer von Manning prangern an, dass Manning bereits mehr als 1000 Tage in Haft ist und weitere lange Jahre ins Gefängnis soll – und die Besatzung des Hubschraubers aus dem „Collateral murder“-Video bislang unbehelligt geblieben ist. Das Video zeigte, wie sich die Besatzung im Irak wie die Spieler eines Videospiels begeister und anfeuert, während sie auf Menschen am Boden schießt. Dabei war auch ein Journalist getötet worden.