Archivierter Artikel vom 04.08.2017, 10:01 Uhr
Berlin

Boom: Türkei wird zum Topreiseziel

Allen Berichten über willkürliche Verhaftungen und allen offiziellen Warnungen der Bundesregierung zum Trotz entwickelt sich die Türkei für deutsche Urlauber zu einem der attraktivsten Reiseziele der Saison. „Die Türkei ist im Sommer 2017 bei unseren Kunden die drittbeliebteste Urlaubsdestination und im Last-minute-Bereich derzeit das gefragteste Reiseziel“, sagte Theite Krämer vom zweitgrößten deutschen Reiseveranstalter Thomas Cook. Für den Deutschen Reiseverband (DRV) zeichnete sich dieser Trend bereits im Juni ab. „An manchen Tagen war die Türkei das meistgebuchte Urlaubsziel“, berichtete DRV-Sprecher Torsten Schäfer.

Von Gregor Mayntz
Steilküsten und Wasserfälle sind typisch für die türkische Riviera.
Steilküsten und Wasserfälle sind typisch für die türkische Riviera.
Foto: dpa

Noch zu Beginn des Jahres gehörte die Türkei zu den Verlierern in der Reisebranche, und vor wenigen Tagen meldete der „Spiegel“ als Ergebnis einer Befragung durch das Meinungsforschungsinstitut Civey, dass derzeit 92 Prozent der Deutschen einen Urlaub in der Türkei meiden. Knapp 80 Prozent erklärten demnach, „auf keinen Fall“ in der Türkei die Ferien verbringen zu wollen. Hinzu kam die deutliche Warnung von Außenminister Sigmar Gabriel, dass „deutsche Staatsbürger in der Türkei vor willkürlichen Verhaftungen nicht mehr sicher sind“. Das Auswärtige Amt verschärfte daraufhin die Sicherheitshinweise und mahnte zu „erhöhter Vorsicht“.

Auch Kathrin Rüter vom Reiseveranstalter Öger Tours bestätigte den Last-minute-Trend: „Die Buchungseingänge für Türkei-Reisen liegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich im Plus.“ Als Konsequenz hat Öger für September und Oktober und insbesondere für die Herbstferien 10.000 zusätzliche Flugzeugplätze geordert.

Bei Thomas Cook werden die Ursachen für den plötzlichen Boom an drei Erklärungen festgemacht. „Dafür sprechen ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis, ein hervorragendes Produkt und die Gastfreundschaft der Türken“, erläuterte Krämer.

Von Gregor Mayntz

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