Archivierter Artikel vom 11.05.2014, 13:14 Uhr
Kiew

Bericht über BND-Informationen: Hunderte US-Söldner in der Ostukraine

Als Söldner der US-Firma Blackwater erwarben sie sich im Irakkrieg mit schweren Gräueltaten einen misberablen Ruf. Heute heißt ihr Unternehmen Academi – und Kämpfer der Truppe sollen nun in der Ostukraine im Einsatz sein. An der Seite von Regierungstruppen.

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Mariupol
Bürgerkriegsähnliche Kämpfe erschüttern weiter den Osten der Ukraine.
Foto: Maxim Shipenkov – DPA

Im Osten der Ukraine sollen Hunderte gut ausgebildeter US-Söldner gegen prorussische Rebellen im Einsatz sein. „Aufseiten der ukrainischen Armee und Polizei operieren 400 Kämpfer der privaten US-Sicherheitsfirma Academi“, berichtet die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Informationen des Bundesnachrichtendienstes (BND). Die schwer bewaffneten Männer würden Guerillaeinsätze im Gebiet der abtrünnigen Stadt Lugansk führen und koordinieren.

Abstimmung
Undurchsichtig: In Donezk lassen prorussische Kräfte über die Unabhängigkeit abstimmen. Gegen sie sollen auch Hunderte gut ausgebildete US-Söldner kämpfen.
Foto: Maxim Shipenkov – DPA

Der BND wollte sich am Sonntag nicht zu dem Bericht äußern. Academi hatte entsprechende Vorwürfe bereits im März zurückgewiesen. Laut „Bild am Sonntag“ sollen nach BND-Angaben jedoch ausgerechnet die US-Geheimdienste die verdeckten Einsätze der Elitekämpfer in der Ukraine bestätigt haben. Vertreter des BND hätten die Informationen am 29. April in der sogenannten Nachrichtendienstlichen Lage im Bundeskanzleramt vorgetragen.

Academi war früher unter dem Namen Blackwater bekannt. Die von ehemaligen US-Elitesoldaten gegründete Söldnertruppe kämpfte für die USA im Irak und in Afghanistan, lässt sich aber auch von Konzernen und Drittstaaten anheuern. Im Irakkrieg sollen Söldner der Firma nach Dokumenten der Enthüllungsplattform Wikileaks an Folter und Ermordung von Zivilisten beteiligt gewesen sein.

Der BND soll dem Bericht zufolge überdies Erkenntnisse dafür haben, dass die russische Luftwaffe mehrfach absichtlich den Luftraum der Ukraine verletzt hat. Der BND stütze seine Einschätzung auf Funksprüche von Führungsstellen der russischen Streitkräfte, die der US-Geheimdienst NSA abgefangen, entschlüsselt und an die Deutschen weitergegeben habe, schreibt die Zeitung. Demnach erhielten russische Militärpiloten den eindeutigen Einsatzbefehl, den ukrainischen Luftraum zu verletzen. Das hatte das Pentagon dem Kreml schon am 26. April vorgeworfen, Moskau hatte dies jedoch dementiert.