Archivierter Artikel vom 31.05.2010, 16:23 Uhr
Berlin

Köhlers neue Sprecherin sollte am 1. Juni anfangen

Beim Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler gibt es eine tragische Figur: Morgen hätte seine neue Sprecherin Petra Diroll ihre Arbeit aufnehmen sollen. Sie kommt vielleicht im doppelten Sinn zu spät.

Wäre morgen Sprecherin von Horst Köhler geworden und stand nach dem Rücktritt vor dem Bundespräsidialamt im Regen: Petra Diroll. Foto:dpa
Wäre morgen Sprecherin von Horst Köhler geworden und stand nach dem Rücktritt vor dem Bundespräsidialamt im Regen: Petra Diroll.
Foto:dpa

Berlin. Beim Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler gibt es eine tragische Figur: Morgen hätte seine neue Sprecherin Petra Diroll ihre Arbeit aufnehmen sollen. Sie kommt vielleicht im doppelten Sinn zu spät.

Die 43-Jährige Diroll hatte Nachfolgerin von Köhlers langjährigem Sprecher Martin Kothé werden sollen, der zum 1. Mai einen Posten in der Wirtschaft übernommen hat. Ohne seinen bisherigen Sprecher und vor Arbeitsantritt der Nachfolgerin hatte Köhler dann dem Deutschlandfunk das Interview gegeben, das so große Wellen geschlagen hat.

Die Nachfolgeregelung hatte das Bundespräsidialamt erst am 5. Mai bekannt gegeben. Von Diroll gab es zunächst keine Reaktion, Fotos der Nachrichtenagentur dpa zeigten sie, wie sie vor dem Bundespräsidialamt buchstäblich im Regen steht. Die Sprecherin, deren berufliche Zukunft nun unklar ist, hat fast zwei Jahrzehnte lang als bundespolitische Korrespondentin, Redakteurin und Moderatorin für den Bayerischen Rundfunk und andere Sender in der ARD gearbeitet. Zuletzt war sie als Redakteurin mit besonderen Aufgaben in das Generalsekretariat der ARD gewechselt. Als langjähriges Vorstandsmitglied der Bundespressekonferenz, dem Verein der Parlamentsjournalisten, gilt Piroll als gut vernetzt.