Archivierter Artikel vom 08.12.2010, 13:09 Uhr
London

Wie ein Diamant am Himmel: Astronomen finden Glitzerstern

Ein Diamant am Himmel: Einen besonders glitzernden Stern haben Astronomen an der Grenze der Sternbilder Steinbock und Wassermann entdeckt.

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Die chemische Zusammensetzung der Sternatmosphäre hatten die Wissenschaftler mit einem Spektrographen analysiert. Sie lässt sich an charakteristischen Spektrallinien ablesen, die jedem Element eigen sind.
Die chemische Zusammensetzung der Sternatmosphäre hatten die Wissenschaftler mit einem Spektrographen analysiert. Sie lässt sich an charakteristischen Spektrallinien ablesen, die jedem Element eigen sind.
Foto: Natalie Behara

London – Ein Diamant am Himmel: Einen besonders glitzernden Stern haben Astronomen an der Grenze der Sternbilder Steinbock und Wassermann entdeckt.

Sieht brillant aus, heißt aber bislang nur LS IV-14 116. Der Glitzerstern an der Grenze der Sternbilder Steinbock und Wassermann hätte eigentlich einen schöneren Namen verdient.
Sieht brillant aus, heißt aber bislang nur LS IV-14 116. Der Glitzerstern an der Grenze der Sternbilder Steinbock und Wassermann hätte eigentlich einen schöneren Namen verdient.
Foto: Natalie Behara

Die alternde Sonne mit der Katalognummer LS IV-14 116 ist auffallend reich an Zirkonium, das auch in falschen Diamanten vorkommt, wie die Forscher um Simon Jeffrey vom nordirischen Armagh-Observatorium im Fachblatt „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ (MNRAS) berichten. Die Astronomen gehen davon aus, dass sich das Zirkonium als funkelnde Wolkenschicht um den Stern gelegt hat.

Die Wissenschaftler untersuchen eine spezielle Gruppe alter Sterne, sogenannte heliumreiche heiße Unterzwerge. Auf den ersten Blick wirkte die ferne Sonne nicht ungewöhnlicher als andere schwach leuchtende blaue Sterne, berichtet das Team. Mit einem Spektrographen analysierten die Forscher die chemische Zusammensetzung der Sternatmosphäre. Diese lässt sich an charakteristischen Spektrallinien ablesen, die jedem Element eigen sind.

Wie sie schreiben, ergab die Analyse, dass der alte Stern rund zehntausendmal soviel Zirkonium besitzt wie unsere Sonne. Ein so hoher Zirkonium-Gehalt sei noch bei keinem Stern gemessen worden, betonen die Forscher. Auch die Metalle Strontium, Germanium und Yttrium sind dort tausendfach häufiger. Vermutlich seien diese Metalle jedoch nur in den Außenschichten des Sterns so reichhaltig vorhanden.

Die Wolken enthalten rund vier Milliarden Tonnen Zirkonium, schätzen die Forscher. Das sei etwa das 4000-Fache der irdischen Jahresproduktion, die vor allem zu technischen Zwecken verwendet wird. Die Zirkonium-Wolken dürften dem Stern eine schillernde Erscheinung verleihen, nehmen die Forscher an. Direkt beobachten lässt sich das allerdings nicht – dafür ist die alte Sonne mit 2000 Lichtjahren zu weit entfernt.