Archivierter Artikel vom 04.02.2014, 06:15 Uhr

Raumfahrt: Deutschland fliegt ein bisschen zum Mars

Bremen. Gab oder gibt es Leben auf dem Mars? Diese Frage soll von 2016 an die Mission ExoMars der ESA beantworten. Ein wichtiges Element für die Raumsonde wurde in Deutschland gebaut: der Körper, ein sogenannter Spurengas-Orbiter.

Das Raumfahrtunternehmen OHB aus Bremen hat das gut drei Meter große und Hunderte Kilogramm schwere Modul präsentiert. Fertiggebaut wird der komplexe Mittelbau der Sonde nun in Frankreich.

Der Start der Mars-Sonde mit dem Modul an Bord ist für 2016 geplant. Die Raumsonde ist Teil der ExoMars-Mission der europäischen Raumfahrtagentur ESA und der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos. Dabei soll auf dem Roten Planeten nach Spuren von früherem oder noch existierendem Leben gesucht werden.

Der erste Schritt zum Mars führt nach Cannes

„Der Transfer des Kernmoduls von Bremen nach Cannes ist der erste Schritt zum Mars“, sagte ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain. ExoMars ist ihm zufolge eine einzigartige Mission für Europa. „Es ist das erste Mal, dass wir auf dem Mars landen werden. Es ist das erste Mal, dass wir uns auf dem Mars mit einem Fahrzeug bewegen werden.“ Der OHB-Vorstandsvorsitzende Marco Fuchs sagte, das Projekt werde auch dabei helfen, eine Marslandung mit Astronauten vorzubereiten. Der Orbiter soll zusammen mit einem Landemodul im Januar 2016 von Russland aus zum Mars starten. Nach etwa neun Monaten Flugzeit soll er den Planeten erreichen. Während mit dem Landemodul Technologien für die Landung erprobt werden sollen, wird der Orbiter mehrere Jahre um den Mars kreisen und dessen Atmosphäre analysieren.

Euro-Rover 2018

Beim zweiten, für das Jahr 2018 geplanten Teil der Mission sollen ein europäischer Rover und eine russische Station auf den Mars gebracht werden. Das Fahrzeug soll über den Planeten fahren und mit einem Bohrer bis zu zwei Meter tief den Boden untersuchen. Für diese Mission soll der teilweise in Bremen gebaute Orbiter als eine Art Kommunikationszentrale dienen. Die ESA hat 1,2 Milliarden Euro für das gesamte Projekt veranschlagt.